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Nach Erfolgen gegen die Terrormiliz IS beraten wichtige Verbündete der USA über ihr weiteres Vorgehen. Ziel sei eine vernünftige Balance zwischen der Unterstützung von irakischen und kurdischen Bodentruppen bei den täglichen Angriffen auf die Infrastruktur des IS.

Bodentruppen sollen stärker unterstützt werden

Militärkoalition will Kampf gegen IS verfeinern

Paris - Im Kampf gegen den IS erzielte die US-geführte Koalition zuletzt Fortschritte. Wichtige Verbündete überprüfen nun ihre Strategie. Dabei geht es um Hilfe für Bodentruppen und Angriffe auf die Infrastruktur der Islamisten.

Die Terrormiliz IS kürzt angeblich schon Gehälter. Nach den jüngsten militärischen Erfolgen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) will das US-geführte Militärbündnis die Extremisten weiter in die Enge treiben.

"Wir haben Fortschritte gemacht, der IS ist nun in der Defensive", sagte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon in Paris. Ziel sei es, "eine vernünftige Balance zu finden zwischen der Unterstützung von irakischen und kurdischen Bodentruppen bei den täglichen Operationen und den Angriffen auf die vom IS genutzte Infrastruktur wie Straßen, Ölverbindungen, Depots, Logistik oder Kommandozentralen".

Die internationale Koalition unter Führung der USA fliegt seit 2014 Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien und auch im Irak. In Syrien bombardiert auch Russlands Luftwaffe die Extremisten.

Die Verteidigungsminister wichtiger westlicher Verbündeter im Kampf gegen die Terrororganisation berieten in Paris über die künftige Strategie der Koalition. Die Verteidigungsminister Frankreichs und der USA, Jean-Yves Le Drian und Ashton Carter, kamen dazu nach einem bilateralen Treffen mit ihren Amtskollegen Ursula von der Leyen (Deutschland), Marise Payne (Australien), Roberta Pinotti (Italien), Jeanine Hennis-Plasschaert (Niederlande) und Fallon zusammen.

Es gehe nun darum, von den jüngsten Erfolgen zu profitieren und den IS weiter zurückzudrängen, sagte Fallon. Die Terrormiliz habe im Irak bereits rund 25 Prozent der zuvor kontrollierten Gebiete eingebüßt, in Syrien seien es etwa zehn Prozent. Gleichzeitig warnte der Brite vor zu optimistischen Zeitvorgaben etwa bei der Befreiung bestimmter Städte. "Diese Dinge brauchen Zeit, sie hängen auch ab von Training und Stärke der irakischen Truppen. Wir haben immer gesagt, dass dies ein langer Kampf ist."

Fallon kritisierte zudem Russland für sein Vorgehen in Syrien. "Ich bin zunehmend beunruhigt von den russischen Luftschlägen." Die Zahl der Opfer wachse, Hunderte von Zivilisten seien ums Leben gekommen. Betroffen seien Regionen mit eindeutig oppositionellen Gruppen, die Syriens Machthaber Baschar al-Assad bekämpften. "Eine Stärkung des Assad-Regimes bedeutet einfach nur eine Verlängerung des Leids in Syrien", sagte Fallon. "Russland sollte seinen Einfluss nutzen, um klar zu machen, dass Assad keine Zukunft hat in Syrien."

Luftangriffe auf IS-Ölfelder und die dazugehörigen Transportwege sowie die Schließung der türkisch-syrischen Grenze setzen den IS nach Einschätzung von Aktivisten auch finanziell unter Druck. Die Miliz habe aus diesem Grund angeordnet, die Gehälter aller ihrer Kämpfer um die Hälfte zu kürzen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. In einer IS-Mitteilung heiße es, Grund dafür seien "außergewöhnliche Umstände".

Die Terrormiliz finanziert sich nach Einschätzung von Experten zu einem Großteil aus dem Verkauf von Erdöl, unter anderem in die Türkei. Syrische IS-Kämpfer erhalten laut der Beobachtungsstelle nach der Kürzung monatlich noch rund 200 US-Dollar (gut 180 Euro), ausländische etwa 400 US-Dollar.

Das US-geführte Bündnis gegen die Terrororganisation umfasst rund 60 Staaten. Nicht alle Länder beteiligen sich an den Luftangriffen gegen IS-Stellungen. Deutschland hat Aufklärungsarbeiten übernommen, etwa mit "Tornado"-Flugzeugen und Satelliten. Zudem hat Berlin eine Fregatte zum Schutz eines französischen Flugzeugträgers abgestellt.

Kanada war bei dem Treffen in Paris nicht vertreten. Das Land hatte angekündigt, seine Kampfjets aus der Region abzuziehen. Fallon wollte dies nicht bewerten und verwies auf große Übereinstimmung mit der kanadischen Regierung. "Jedes Land hilft auf seine Weise", sagte er.

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