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Einsatzkräfte versorgen eines der verletzen Opfer nach dem Terrorangriff in Burkina Faso.

Viele Tote bei Attacke auf Luxusherberge

Terror in Burkina Faso: Sicherheitskräfte befreien 126 Geiseln

Ouagadougou - Terror-Angriffe in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou: Nachdem am Freitagabend ein Luxushotel von Terroristen attackiert wurde, war am Samstag ein weiteres Hotel Ziel von Terroristen.

In Burkina Faso sind zwei Österreicher entführt worden. Das teilte am Samstag das Innenministerium in Ouagadougou mit. Sicherheitskräfte in haben das von mutmaßlich islamistischen Terroristen attackierte Luxushotel unter ihre Kontrolle gebracht und 126 Geiseln befreit. Drei Angreifer seien tot und 33 der Geiseln verletzt, sagte Innenminister Simon Compaoré am Samstag. Einige aus dem „Hotel Splendid“ in der Hauptstadt Ouagadougou befreite Personen würden noch verhört.

Ein Krankenhausmitarbeiter hatte der Deutschen Presse-Agentur zuvor gesagt, bei dem Angriff der Terroristen am Freitagabend seien rund 20 Menschen getötet und mehrere schwer verletzt worden. Innenminister Compaoré machte zunächst keine Angaben zur Zahl der Opfer. In der Nacht hatte er von zehn Toten gesprochen.

Zwei Dutzend Tote bei Angriff auf Luxushotel 

Bei einem Anschlag haben mutmaßliche Islamisten am Freitagabend  knapp zwei Dutzend Menschen getötet und in einem Luxushotel zahlreiche Geiseln genommen.

Sicherheitskräfte stürmten das Hotelgelände in der Nacht zum Samstag, nachdem es mehrere Explosionen gegeben hatte. Ein Krankenhausmitarbeiter sagte der Deutschen Presse-Agentur, es seien rund 20 Menschen getötet und mehrere lebensgefährlich verletzt worden.

Die vermummten Attentäter hatten ihren Angriff im Geschäftszentrum Ouagadougous am Freitagabend gegen 19.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MEZ) begonnen. Nach bisherigen Erkenntnissen eröffneten sie zunächst das Feuer in einem Restaurant und griffen dann das nahe gelegene Hotel an, das zu den größten der Stadt gehört. Augenzeugen berichteten von Schusswechseln mit Sicherheitskräften, die die Umgebung abriegelten und eine Ausgangssperre verhängten.

Al-Kaida soll sich zu dem Anschlag bekannt haben

Laut der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) zu der Attacke. Die islamistischen Angreifer hätten sich nach eigenen Angaben verschanzt und würden gegen „Feinde der Religion“ kämpfen, hieß es. AQIM sprach demnach von 30 getöteten „Kreuzzüglern“. Besonders viele Opfer gab es nach ersten Erkenntnissen in dem Restaurant.

Wie viele Menschen die Attentäter in ihre Gewalt bringen und wie viele davon später wieder fliehen konnten, war auch Stunden nach Beginn der Attacke unklar. Burkina Fasos Außenminister Alpha Barry sagte dem Sender France 24, es seien Geiseln aus mehreren Ländern in dem Hotel gefangen. Die Sicherheitskräfte begannen daraufhin mit der Erstürmung des Gebäudes. Der Ausgang der Aktion blieb zunächst offen.

Hollande sagt Burkina Faso "volle Unterstützung" zu

 Frankreichs Präsident François Hollande sagte seinem burkinischen Kollegen Marc Christian Kaboré nach Elysée-Angaben „volle Unterstützung“ und die Hilfe französischer Einsatzkräfte zu. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte das US-Militär dabei laut Pentagon-Angaben selbst um Unterstützung gebeten. Mindestens ein Mitglied der US-Streitkräfte stand den Franzosen demnach beratend zur Seite.

Der Angriff erinnert an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Burkina Fasos Nachbarland Mali. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel in der Hauptstadt Bamako als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen wurden getötet. Auch für diese Tat wurden mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Islamistengruppen verantwortlich gemacht.

In Burkina Faso hatten Ende November erstmals nach mehr als 50 Jahren freien Wahlen stattgefunden, aus denen der siegreiche Oppositionspolitiker und frühere Regierungschef Kaboré als neuer Präsident hervorging. Das Land ist der größte Baumwollproduzent Afrikas und hat auch reiche Goldvorkommen. Dennoch gilt der Binnenstaat, der unter anderem an Mali, Ghana und die Elfenbeinküste grenzt, als eines der ärmsten Länder der Welt.

dpa

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