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Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten François Hollande, hier im März in Berlin.

Was fordert Frankreich von Deutschland?

Nach Paris-Attentaten: Merkel trifft Hollande zu Solidaritäts-Besuch

Paris - Zwölf Tage nach den dramatischen Terroranschlägen besucht die Kanzlerin den französischen Präsidenten. Ein Zeichen des Zusammenhalts. Doch im Hintergrund schwebt auch die Frage, ob Paris von Deutschland mehr Hilfe beim Kampf gegen den Terror erwartet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht erstmals nach den verheerenden Terroranschlägen Paris. Frankreichs Präsident François Hollande hat sie für Mittwochabend zu einem Arbeitsessen in den Élysée-Palast eingeladen.

Unterdessen kommen die Ermittlungen zu der Mordserie mit 130 Toten voran: Belgien schrieb am Dienstag einen weiteren Verdächtigen international zur Fahndung aus. Die Abgeordneten im Europäischen Parlament debattieren (ab 8.30 Uhr) mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der EU-Ratspräsidentschaft über Konsequenzen aus den Attentaten.

Hollande will Allianz gegen IS schmieden

Merkel will mit der Reise ihre Solidarität mit dem Nachbarland ausdrücken. Das Treffen reiht sich aber auch in eine Serie hochrangiger Gespräche ein, mit denen Hollande eine internationale Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schmieden will, die für die Anschläge in Paris verantwortlich gemacht wird.

Unklar ist bislang, inwiefern Frankreich auch von Deutschland konkrete Hilfe einfordert - das Land hatte vergangene Woche offiziell den Beistand seiner EU-Partner angefordert. Die Kanzlerin hatte Frankreich nach der Terrorserie „jedwede Unterstützung“ zugesagt. Diskutiert wird in Berlin beispielsweise über ein stärkeres Engagement der Bundeswehr in Mali, um die Franzosen dort zu entlasten und ihren Anti-Terror-Kampf an anderen Standorten zu erleichtern.

Auch Flüchtlingssituation in Deutschland dürfte Thema sein

Auch die Flüchtlingssituation in Deutschland dürfte in dem Gespräch eine Rolle spielen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der am Samstag in Paris war, und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron fordern einen Zehn-Milliarden-Euro-Fonds zur Stabilisierung der Nachbarländer in der Krisenregion um Syrien.

Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls sprach sich für einen Aufnahmestopp von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten aus. „Wir können nicht noch mehr Flüchtlinge in Europa aufnehmen - das ist nicht möglich“, sagte er einem Dutzend europäischer Zeitungen, darunter die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch). Die Kontrolle von Europas Grenzen entscheide über das Schicksal der Europäischen Union. „Wenn wir das nicht tun, dann werden die Völker sagen: Schluss mit Europa!“

Statt weiterhin Tausende von Migranten unkontrolliert nach Europa zu lassen, müsse Europa mit Syriens Nachbarstaaten Türkei, Libanon und Jordanien Lösungen finden, dort mehr Flüchtlinge aufzunehmen und zu erfassen, sagte Valls. „Sonst stellt Europa seine Fähigkeit in Frage, seine Grenzen wirksam zu kontrollieren.“

dpa

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