Gauck, Bundespolizei
+
Joachim Gauck besuchte am Donnerstag die Bundespolizei.

Unsicherheit nach Köln und Paris

Gauck: Kein Grund zur Sorge in der Bevölkerung

Berlin - Als Reaktion auf die Anschläge in Paris und die Silvester-Gewalt in Köln hat rund jeder sechste Deutsche sein Alltagsverhalten verändert. Bundespräsident Gauck beschwichtigt.

In einer am Donnerstag von der Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlichten Forsa-Umfrage gaben 15 Prozent der Befragten an, sich aufgrund dieser Ereignisse anders zu verhalten. Die große Mehrheit von 85 Prozent der Deutschen hat ihr Verhalten dagegen nicht verändert.

Frauen und Männer gehen dabei mit den Ereignissen unterschiedlich um. Während 19 Prozent der Frauen angeben, dass sie sich im Alltag anders verhalten, sind es bei den Männern nur zehn Prozent.

AfD-Anhänger fühlen sich besonders stark betroffen

Besonders stark betroffen fühlen sich insgesamt Anhänger der rechtspopulistischen AfD. Von ihnen geben 29 Prozent an, dass sie ihr Alltagsverhalten verändert haben. Unter den Grünen-Anhängern sind es nur sechs Prozent, bei der SPD zehn Prozent, bei CDU/CSU elf Prozent und bei der Linkspartei zwölf Prozent.

Die Deutschen müssen sich nach den Worten von Bundespräsident Joachim Gauck keine Sorgen um die innere Sicherheit machen. Das sagte das Staatsoberhaupt am Donnerstag in Ahrensfelde bei Berlin. Gauck besuchte dort gemeinsam mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die neue Spezialeinheit BFE+ der Bundespolizei, die für den Einsatz gegen Terroristen trainiert wird.

Gauck: Kein Grund zur Beunruhigung

„In der gegenwärtigen Situation sind viele Menschen verunsichert, ob der Staat, ob die staatlichen Institutionen handlungsfähig sind, ob die Sicherheit der Bürger gewährleistet ist“, sagte der Bundespräsident. Er habe sich bei der Bundespolizei ein persönliches Bild gemacht. „Ich muss sagen, dass ich den Eindruck gewonnen habe, dass die Bürger dieses Landes nicht beunruhigt sein müssen.“ Gauck wollte am Donnerstag auch das Terrorabwehrzentrum in Berlin besuchen.

Bundespolitik und Polizei würden den Herausforderungen gerecht, allerdings „unter Aufbietung aller Kräfte, so dass viele der Beamten an der Grenze ihrer Kräfte angekommen sind“, sagte Gauck. „Ich begrüße deshalb das Vorhaben, die Bundespolizei personell zu verstärken. Vor Gauck hatten erst zwei Bundespräsidenten die Polizei des Bundes besucht: Walter Scheel (1974-1979) und Johannes Rau (1999-2004). In Ahrensfelde sind 800 Beamte stationiert.

In der Silvesternacht war es rund um den Kölner Hauptbahnhof zu massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen sowie zu Raubdelikten gekommen. Bei den Tätern soll es sich überwiegend um Zuwanderer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum handeln. In Paris waren bei den islamistischen Anschlägen im November 130 Menschen ums Leben gekommen.

AFP

Meistgelesene Artikel

Über eine Million erhalten seit über 9 Jahren Hartz IV

Berlin (dpa) - Etwa ein Viertel aller erwachsenen Hartz-IV-Empfänger ist seit mehr als neun Jahren durchgängig auf die Sozialleistung angewiesen.
Über eine Million erhalten seit über 9 Jahren Hartz IV

Bund und Länder nähern sich bei Ökostrom-Reform an

Lange hakt es beim Ausbau der Erneuerbaren Energien - zwischen Bund und Ländern sowie zwischen Union und SPD. Jetzt seien zumindest die "Umrisse" für die Reform …
Bund und Länder nähern sich bei Ökostrom-Reform an

Vor Koalitionsgipfel: Schäuble weist Seehofer scharf zurecht

Die Spitzen von Union und SPD kommen am Mittwochabend zusammen, um die vom Bundesverfassungsgericht angemahnte Erbschaftsteuer-Reform abzuräumen. Alles wird aber vom …
Vor Koalitionsgipfel: Schäuble weist Seehofer scharf zurecht

Kommentar: Diesel aus Städten verbannen wäre blanke Willkür

München - Die Regierung hatte Zeit genug, über den Autoverkehr in Innenstädten nachzudenken. Autos, die heute auf dem Stand der Technik sind kann man nicht morgen aus …
Kommentar: Diesel aus Städten verbannen wäre blanke Willkür

Kommentare