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In der Silvesternacht kam es zu zahlreichen Übergriffen auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof. Foto: Markus Böhm/Archiv

Algerier gefasst

Nach Übergriffen in Köln: Erster Verdächtiger in U-Haft

Köln - Nach den massiven Übergriffen auf Frauen in Köln sitzt erstmals ein Tatverdächtiger wegen einer Sexualstraftat in Untersuchungshaft.

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen in Köln sitzt erstmals ein Tatverdächtiger wegen einer Sexualstraftat in Untersuchungshaft. Dem 26 Jahre alten Algerier werde vorgeworfen, aus einer Gruppe heraus ein Opfer sexuell genötigt und dabei ein Handy gestohlen zu haben, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Montag. Bislang kamen nur Männer in Untersuchungshaft, denen Diebstahl, Raub, Hehlerei oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in der Silvesternacht vorgeworfen wurde.

Der 26-Jährige habe sich allerdings noch nicht zu den Anschuldigungen geäußert, sagte Bremer. Er sei am Wochenende zusammen mit einem weiteren Algerier festgenommen worden, der ein Handy gestohlen haben soll. Beide Männer lebten in einer Flüchtlingsunterkunft in Kerpen.

Insgesamt nahm die Polizei am Wochenende nach eigenen Angaben drei Tatverdächtige aus der Silvesternacht fest. Neben den beiden Männern in Kerpen handele es sich bei dem dritten Mann um einen 25 Jahre alten algerischen Asylbewerber, der in Aachen kontrolliert worden sei und ein in Köln gestohlenes Handy bei sich getragen haben soll. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen 21 Beschuldigte. Mit den drei Festgenommenen vom Wochenende sitzen nun acht Verdächtige in U-Haft.

In der Kölner Silvesternacht hatten Männergruppen Frauen umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen. Unter den mutmaßlichen Tätern sollen viele Männer aus Nordafrika sein. Auch mehr als zwei Wochen nach den Übergriffen melden sich immer weitere Opfer bei den Ermittlern. Bis zum Montag waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft 766 Anzeigen eingegangen, rund die Hälfte betrafen Sexualdelikte. Darunter seien auch mindestens drei Anzeigen wegen Vergewaltigung, sagte Oberstaatsanwalt Bremer.

CDU will Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Herkunftsländer einstufen

Die CDU will indessen zur Eindämmung der Flüchtlingszahlen auch Marokko, Algerien und Tunesien zu sicheren Herkunftsländern nach dem deutschen Asylrecht erklären. Angesichts des Erfolgs der Erweiterung dieser Liste um mehrere Balkanländer im vergangenen Jahr sei dies geboten und schnell umzusetzen, sagte Generalsekretär Peter Tauber nach einem entsprechenden Vorstandsbeschluss am Montag in Berlin. Aus Algerien und Marokko steigen gerade die Bewerberzahlen. Tauber sagte, auch Tunesien, das mutig den Weg zur Demokratie beschritten habe, sei „sicherlich genauso gefestigt“ wie die beiden anderen Länder.

Zur Diskussion über die Flüchtlingspolitik in den Spitzengremien sagte Tauber: „Wir sind der Überzeugung als CDU, dass sich diese große Herausforderung nicht nur für unser Land, sondern für ganz Europa auch nur europäisch lösen lässt.“ Diese Linie von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei auch auf dem CDU-Parteitag Mitte Dezember in Karlsruhe mit großer Mehrheit beschlossen worden. Mit Blick auf die Landtagswahlen im März in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sei in den Gremien an die Gemeinsamkeit der CDU appelliert worden. In den Wahlkämpfen werde Merkel viel vor Ort sein.

Zu dem angekündigten Brief von Kritikern des Flüchtlingskurses aus der Unionsfraktion an Merkel sagte Tauber: „Grundsätzlich bin ich der Meinung, Abgeordnete müssen keine Briefe schreiben, die können mit der Bundeskanzlerin und der Parteivorsitzenden direkt reden.“

dpa

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