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Der israelische Atomreaktor nahe der Stadt Dimona.

Nahost-Konflikt

Raketeneinschlag nahe Israels Atom-Reaktor

Gaza/Tel Aviv - Im Nahost-Konflikt weitet die israelische Armee ihre Offensive gegen den Gaza-Streifen immer weiter aus, die Palästinenser schießen erbittert zurück. Nahe einem Atomreaktor schlägt eine Rakete ein.

In Nahost zeichnet sich trotz aller Appelle und internationaler Vermittlungsbemühungen kein Ende der Gewalt ab. Am zwölften Tag der israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf mindestens 338. Wie der Leiter der palästinensischen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, am Samstag weiter mitteilte, wurden zudem bislang 2380 Menschen verletzt. In Israel starb bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser ein zweiter Zivilist an den Folgen seiner Verletzungen.

Die Gefechte zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas gehen unvermindert weiter. Die israelische Armee weitet ihre Angriffe auf das Zentrum der dicht besiedelten Mittelmeer-Enklave aus. Die Hamas lehnt weiterhin die Bedingungen für eine Feuerpause ab. Ägypten will sein Vermittlungsangebot nicht nachbessern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wollte am Samstag in den Nahen Osten reisen und sich für eine Waffenruhe einsetzen.

Eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete traf am Samstag ein Haus in einem Beduinendorf nahe der südisraelischen Stadt Dimona. Ein 32 Jahre alter Mann starb. Zwei Kleinkinder im Alter von einem und vier Jahren sowie zwei 30 Jahre alte Frauen seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte Polizeisprecher Micky Rosenfeld mit. In der Nähe der Stadt befindet sich Israels Atomreaktor. Die Beduinen in der Negev-Wüste hatten sich zuletzt darüber beklagt, dass ihre oft ärmlichen Siedlungen nicht vom wirkungsvollen israelischen Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ geschützt würden.

Israel wehrt weiteren Tunnel-Angriff ab

Eine israelische Militärstreife wehrte am Samstag auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze einen Angriff aus dem Untergrund ab. Eine Gruppe von Hamas-Kämpfern war aus einem Tunnelloch aufgetaucht - den dazugehörigen unterirdischen Stollen hatten die Islamisten unter der Grenze durchgegraben.

Doch bevor die Islamisten eine der nahe gelegenen israelischen Ortschaften angreifen konnten, eröffnete die Streife das Feuer auf die Eindringlinge. Bei dem Gefecht wurde nach israelischen Angaben ein Angreifer getötet. Die anderen zogen sich durch den Tunnel nach Gaza zurück. Zwei israelische Soldaten erlitten Verletzungen.

Es war der zweite derartige Angriff militanter Palästinenser durch einen Tunnel binnen drei Tagen. Am Donnerstag waren 13 Hamas-Kämpfer aus einem Tunnel beim grenznahen Kibbuz Sufa aufgetaucht. Ein israelischer Luftangriff hatte sie zur Umkehr gezwungen, bevor sie den Kibbuz angreifen konnten.

Generalstabschef will Offensive "weiter ausweiten"

Die israelische Armee weitet ihre Angriffe auf das Zentrum des Gazastreifens aus. Sie rief die Bewohner der Flüchtlingslager Al-Bureidsch und Al-Maasi auf, ihre Unterkünfte zu verlassen. „Wir wollen die Operationen ausweiten und nach unseren Erfordernissen ausrichten“, sagte der israelische Generalstabschef Benny Gantz bei einem Besuch des Streitkräfte-Kommandos Süd in Beerscheva. Das Militär hat bisher etwa 2300 Ziele im Gazastreifen attackiert, rund 300 davon seit Beginn der Bodenoffensive in der Nacht zum Freitag.

Für die Zivilbevölkerung wird die Lage in der Mittelmeer-Enklave immer unertäglicher. Zur permanenten Todes- und Verletzungsgefahr gesellen sich lang anhaltende Stromausfälle und der Zusammenbruch der Wasserversorgung. Immer mehr Menschen fliehen vor den israelischen Angriffen. 50 000 Palästinenser hätten in den Schulen des Flüchtlingshilfswerks UNRWA Schutz gesucht, teilte UNRWA-Sprecher Chris Gunness am Samstag mit.

Israel will nach eigenen Angaben mit der Militäroffensive den täglichen Beschuss durch militante Palästinensergruppen unterbinden. Mit Bodentruppen versucht die Armee nach eigenen Angaben, zahlreiche Tunnel unter seiner Grenze zu dem Palästinensergebiet zu zerstören. Durch diese Tunnel wollen Hamas-Kämpfer nach Israel eindringen, um dort Anschläge zu verüben oder Menschen zu entführen.

dpa

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