Über 50 Milliarden Euro zu wenig

Nato-Partner verfehlen Rüstungsvorgaben deutlich

Brüssel - Die Nato-Bündnispartner verfehlen ihre eigenen Rüstungsziele einem Bericht zufolge um rund 90 Milliarden Euro.

22 der 26 europäischen Nato-Mitglieder, darunter auch Deutschland, gäben deutlich weniger für Verteidigung aus als die vereinbarten zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP), berichtete die "Bild"-Zeitung aus Berlin am Dienstag vorab aus ihrer Mittwochsausgabe. Das Blatt berief sich auf einen Bericht zur Münchener Sicherheitskonferenz.

Im Schnitt lägen die Verteidigungsausgaben dieser europäischen Nato-Länder lediglich bei 1,1 Prozent des BIP, berichtete die Zeitung weiter aus dem Munich Security Report. Um das Nato-Ziel zu erreichen, müssten sie ihre Verteidigungsetats demnach insgesamt um 90 Milliarden Euro aufstocken. In Russland seien die Ausgaben für Verteidigung zuletzt kontinuierlich hochgefahren worden - von 14 Prozent des BIP im Jahr 2010 auf inzwischen 22 Prozent.

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, die vom 12. bis zum 14. Februar stattfindet, forderte die Nato-Mitglieder auf, angesichts der vielfältigen Bedrohungen die Bündnisfähigkeit zu erhalten und nachhaltig zu stärken. "Wenn Deutschland seiner Verantwortung in der Welt gerecht werden will, dann muss es wie die anderen europäischen Staaten auch, seinen Verteidigungsetat deutlich erhöhen", sagte er der Zeitung.

Rubriklistenbild: © dpa

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