Sicherheitskräfte am Tatort im Zentrum von Tel Aviv. Foto: Jim Hollander
1 von 8
Sicherheitskräfte am Tatort im Zentrum von Tel Aviv.  
Der Sarona-Park in Tel Aviv: Dort verübten zwei Attentäter einen Terror-Anschlag. Foto: Sara Lemel
2 von 8
Der Sarona-Park in Tel Aviv: Dort verübten zwei Attentäter einen Terror-Anschlag. 
Ein historisches Haus in der Sarona-Siedlung: Deutsche Templer haben die Siedlung 1871 gegründet, von der 37 historische Häuser bis heute überdauert haben. Foto: Sara Lemel/Archiv
3 von 8
Ein historisches Haus in der Sarona-Siedlung: Deutsche Templer haben die Siedlung 1871 gegründet, von der 37 historische Häuser bis heute überdauert haben.  
Ein Gast telefoniert vor der Schokoladen-Bar "Max Brenner" am Sarona-Park in Tel Aviv, Israel. In dem Lokal haben die zwei Attentäter gesessen bevor sie einen Terror-Anschlag verübten. Foto: Sara Lemel
4 von 8
Ein Gast telefoniert vor der Schokoladen-Bar "Max Brenner" am Sarona-Park in Tel Aviv, Israel. In dem Lokal haben die zwei Attentäter gesessen bevor sie einen Terror-Anschlag verübten. 
Kellner Tal Scharabi vom Benedict Cafe in Tel Aviv: In dem Lokal starben am Vorabend mehrere Menschen bei einem Terror-Anschlag. Foto: Sara Lemel
5 von 8
Kellner Tal Scharabi vom Benedict Cafe in Tel Aviv: In dem Lokal starben am Vorabend mehrere Menschen bei einem Terror-Anschlag.  
Tatort im Sarona-Park: Nach Polizeiangaben schossen die Attentäter wahllos auf Passanten. Foto: Johanna Geron
6 von 8
Tatort im Sarona-Park: Nach Polizeiangaben schossen die Attentäter wahllos auf Passanten.
Nach dem Anschlag sichern Polizisten Spuren in einem Restaurant im Sarona-Park im Zentrum von Tel Aviv. Foto: Jim Hollander
7 von 8
Nach dem Anschlag sichern Polizisten Spuren in einem Restaurant im Sarona-Park im Zentrum von Tel Aviv.  
Sie haben überlebt: Ein Paar umarmt sich auf dem Sarona-Markt in Tel Aviv. Foto: Jim Hollander
8 von 8
Sie haben überlebt: Ein Paar umarmt sich auf dem Sarona-Markt in Tel Aviv.  

Blutiger Anschlag in ehemaligem Templerdorf

Israel geht nach Tel-Aviv-Attacke gegen Palästinenser vor

Tel Aviv - Ein neuer Anschlag in Tel Aviv zerstört nach Wochen relativer Ruhe das Gefühl vermeintlicher Sicherheit. Geht Israels rechts-religiöse Regierung jetzt härter vor? Hardliner Lieberman verspricht als neuer Verteidigungsminister Taten statt Worte.

"Ich werde die genauen Schritte, die wir planen, nicht weiter ausführen, aber ich habe keinesfalls vor, mich mit Worten zufriedenzugeben", sagte der neue ultrarechte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Donnerstag bei einem Besuch am Ort des Anschlags im Sarona-Park. "Ein Dorf, aus dem Terroristen hervorgehen, wird dafür bezahlen", sagte sein Vize Eli Ben-Dahan. Es war der erste tödliche Anschlag in Israel seit seiner Ernennung zum Verteidigungsminister.

Am Mittwochabend hatten in einem Café zwei palästinensische Attentäter vier Israelis erschossen - zwei Frauen und zwei Männer im Alter von 32 bis 58 Jahren. Sechs weitere Besucher des ehemaligen deutschen Templerdorfs Sarona wurden bei dem Anschlag verletzt. Sicherheitskräfte fassten die Attentäter, einer davon wurde dabei verletzt. Die Armee legte am Donnerstag einen Blockadering um das Dorf Jata im südlichen Westjordanland, aus dem die Angreifer stammen. Nach Polizeiangaben sind sie Cousins.

Bei einem Besuch des Anschlagsorts kündigte auch der rechtsorientierte Regierungschef Benjamin Netanjahu eine Serie von Gegenmaßnahmen an. Die Armee will zwei weitere Batallione im Westjordanland stationieren, um weitere Anschläge zu verhindern. Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte für den muslimischen Fastenmonat Ramadan weitere Attacken angedroht.

Hardliner kritisiert bisherige Sicherheitspolitik als "zu lasch"

Israel hob daraufhin Einreisegenehmigungen für 83 000 Palästinenser aus dem Westjordanland, die Angehörige zum Ramadan besuchen wollten, wieder auf. Auch bereits erteilte Genehmigungen für Einwohner des Gazastreifens wurden eingefroren, einschließlich Gebetsrechte auf dem Tempelberg.

Netanjahu versammelte am Donnerstag in Tel Aviv das sogenannte Sicherheitskabinett zu einer Beratung über das weitere Vorgehen. Hardliner Lieberman hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für ein härteres Vorgehen gegen die Palästinenser stark gemacht und Netanjahus Sicherheitspolitik als "zu lasch" kritisiert.

Die USA verurteilten den "schrecklichen Terroranschlag" in Tel Aviv aufs Schärfste. "Solch feige Angriffe auf unschuldige Zivilisten sind niemals zu rechtfertigen", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Den mörderischen Anschlag gegen Menschen, die in Restaurants und Cafés in Tel Aviv gestern Abend friedlich ihren Feierabend verbrachten, verurteilen wir auf das Schärfste." Mord und Terror seien durch nichts zu rechtfertigen.

Fatah bezeichnet blutigen Anschlag als "verständliche Antwort" auf Israels Politik

Das ehemalige deutsche Templerdorf liegt direkt gegenüber von Israels Militärhauptquartier und dem Verteidigungsministerium. Es ist ein beliebtes Ausgehziel, das auch von vielen Touristen besucht wird. Zu Jahresbeginn waren bei einem ähnlichen Anschlag in Tel Aviv drei Menschen getötet worden.

Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bezeichnete den blutigen Anschlag am Donnerstag als verständliche Antwort auf Israels Politik. Auch ein Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas lobte den tödlichen Anschlag. "Ruhm und Glückwünsche den Einwohnern Hebrons", schrieb Ismail Hanija bei Twitter. In mehreren palästinensischen Städten wurde der Anschlag in Tel Aviv nach Medienberichten gefeiert, es seien Süßigkeiten verteilt worden.

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober 33 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei den von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt hatte es allerdings weniger Anschläge gegeben.

dpa

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Washington - Donald Trump macht aus der Bestimmung seines Kabinetts ein Casting. Die ersten Kandidaten haben bereits ihren Platz gefunden. Wir zeigen, welche Ämter …
Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

München - Sie war die Grande Dame des Liberalismus in Deutschland: Jahrzehntelang prägte Hildegard Hamm-Brücher die Politik der FDP - in der Lokal-, Landes- und …
Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

OSZE-Ministertreffen in Hamburg geht zu Ende

Hamburg (dpa) - Mit einer Abschlusserklärung des Gastgebers Deutschland geht heute in Hamburg das diesjährige Außenministertreffen der OSZE zu Ende.
OSZE-Ministertreffen in Hamburg geht zu Ende

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Seit Wochen läuft eine Offensive der Regierung in der nordsyrischen Stadt Aleppo. Opfer der Kämpfe und Luftangriffe sind immer wieder Zivilisten. In den Rebellengebieten …
500 Zivilisten in Aleppo getötet

Kommentare