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Horst Seehofer hat SuedLink und Ost-Süd-Trasse offen infrage gestellt - obwohl er beide Milliardenprojekte 2013 gebilligt hatte.

Netzagentur contra Ministerpräsident

Gegenwind für Seehofer: Stromtrassen notwendig

Berlin - Die Bundesnetzagentur sieht trotz der Bedenken des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) die geplanten Höchstspannungsleitungen in den Süden als zwingend notwendig an.

"Insbesondere die Nord-Süd-Gleichstromverbindungen von Emden nach Philippsburg, von Wilster nach Grafenrheinfeld und von Wolmirstedt nach Gundremmingen haben sich wiederum als notwendig erwiesen", sagte der Präsident der für den Netzausbau zuständigen Bundesbehörde, Jochen Homann, mit Blick auf eine Überprüfung des Bedarfs.

Seehofer hat den SuedLink nach Grafenrheinfeld und die Ost-Süd-Trasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern offen infrage gestellt - obwohl er beide Milliardenprojekte 2013 gebilligt hatte. "Der Bedarf wird durch die Prüfungsergebnisse der Bundesnetzagentur zum wiederholten Mal klar belegt", betonte Homann. Die vier Übertragungsnetzbetreiber hatten ihre Pläne noch einmal überarbeitet - nun startete die Behörde die Beteiligung der Öffentlichkeit zu den neuen Ausbau-Entwürfen.

Derzeit hält die Bundesnetzagentur von den vorgeschlagenen 92 Maßnahmen zum Neu- und Ausbau im deutschen Höchstspannungsnetz 63 für erforderlich. In den nächsten zehn Jahren sollen 2800 Kilometer an neuen Höchstspannungsleitungen gebaut und 2900 Kilometer im bestehenden Netz optimiert werden. Als Kosten werden mindestens 22 Milliarden Euro veranschlagt - ohne Erdkabel.

Ein Koalitionsgipfel hatte am Dienstag eine Lösung erneut vertagt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte im Unions-internen Streit bis Juni eine Lösung an.

dpa

Netzausbauplan

Monitoringbericht deutsches Stromnetz

Infos zu SuedLink

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