Frank-Walter Steinmeier
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Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) spricht am 25.03.2014 vor seinem Abflug aus Addis Abeba in Äthiopien mit Flugzeugkommandant Thomas Leveling.

Neuer Ärger mit Regierungsflieger

Steinmeier hängt in Afrika fest

Addis Abeba - Von Deutschlands Spitzenpolitikern kennt fast jeder Ärger mit den Regierungsfliegern. Wegen einer Panne saß nun Steinmeier in Afrika fest. Er nahm es gelassen - wie es sich für einen Außenminister gehört.

Fünf Sterne, ein großer Pool und von der Terrasse ein spektakulärer Blick auf Äthiopiens Hauptstadt: Es gibt auf einer Afrika-Reise schlimmere Orte, um zu stranden, als das „Sheraton“ in Addis Abeba. Insofern war es für Frank-Walter Steinmeier nicht allzu schwer, aus der misslichen Tatsache, dass ein deutscher Regierungsflieger am Dienstag im Ausland mal wieder Ärger verursachte, noch das Beste zu machen. Der Außenminister durfte etwas länger schlafen, frühstückte mit seinen Mitarbeitern unter freiem Himmel und gab dann noch Interviews.

Grund für die unfreiwillige Wartezeit: Im VIP-Bereich von Steinmeiers Flugzeug - dem Airbus A340 namens „Konrad Adenauer“, mit dem auch Joachim Gauck und Angela Merkel häufiger unterwegs sind - hatte es plötzlich arg gequalmt. Glücklicherweise als die Maschine noch am Boden stand. Während der Vorbereitungen für den Start habe man plötzlich „relativ starke Rauchentwicklung“ bemerkt, berichtete Kommandant Thomas Leveling später. „Ein Computer, der für die Lichtsteuerung zuständig ist, hat sich rauchend verabschiedet.“

Ein Computer verabschiedete sich mit Rauchentwicklung

Nichts Bedrohliches, aber in solchen Fällen verbietet sich jeder Weiterflug. Zumal man bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr - die Regierungsmaschinen unterstehen alle dem Verteidigungsministerium - womöglich gründlicher ist als anderswo. Die Technik-Crew musste die Innenverkleidung abnehmen, alles checken und den Licht-Computer ausbauen. Mit fünf Stunden Verspätung ging es dann ohne das kaputte Teil weiter. Bei normalen Fluglinien kann eine solche Panne dazu führen, dass die Maschine tagelang am Boden bleibt.

So aber konnte Steinmeier darauf verzichten, für den Weiterflug eine teure Chartermaschine anzumieten. Bei einer Delegation aus mehr als 50 Leuten wären die Kosten in die Hunderttausende gegangen. Trotzdem sind solche technischen Probleme auf offiziellen Auslandsreisen natürlich enorm ärgerlich - zumal sie immer wieder vorkommen. Von Deutschlands Spitzenpolitikern hat inzwischen fast jeder seine eigenen Erfahrungen mit den insgesamt zwölf VIP-Maschinen der Flugbereitschaft. Merkel blieb einmal sogar an ihrem Geburtstag liegen, in Algerien.

Außenminster als Vielflieger besonders betroffen

Die Außenminister als Vielflieger sind noch mehr betroffen als andere. Steinmeier warnte nach seinen ersten vier Jahren 2009 den Nachfolger Guido Westerwelle sogar ausdrücklich vor diesen besonderen Risiken des Berufs. Wie das gemeint war, erfuhr der FDP-Mann schnell. Auf Malta kam er gar nicht mehr weiter. Unvergessen auch wie Westerwelle mit einer ganz neuen Maschine in Moldaus Hauptstadt Chisinau festhing. Wer dabei war, behält für immer in Erinnerung, wie sich seine Stimmung stündlich verschlechterte.

Im Vergleich dazu nahm Steinmeier die Hängepartie in Addis Abeba mit großer professioneller Gelassenheit. Allenfalls, dass er einmal die Mundwinkel noch ein wenig tiefer nach unten senkte. Und in der Tat: Nach vier Monaten zurück im Amt mit schon wieder vielen Zehntausend Flugkilometern jetzt die erste Flugzeugpanne - eigentlich gar nicht so schlecht.

dpa

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