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"Meral Keskin" soll bei dem NSU-Nagelbombenanschlag im Jahr 2004 verletzt worden sein. Ihr Anwalt räumte ein, dass es die Frau gar nicht gibt.

"Anfangsverdacht" auf Betrug

Nicht existierendes NSU-Opfer: Ermittlungen gegen Anwalt

München - Der Rechtsanwalt Ralph Willms musste einräumen, dass es ein NSU-Opfer, das er im Prozess gegen Beate Zschäpe vor Gericht vertrat, gar nicht gibt. Nun ermittelt der Staatsanwalt gegen ihn.

Update vom 10. November 2015: Nach zweieinhalb Jahren und 250 Verhandlungstagen will Beate Zschäpe nun vor Gericht aussagen. Wir berichten live aus dem Oberlandesgericht in München.

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat ein Ermittlungsverfahren gegen Rechtsanwalt Ralph Willms aus Eschweiler eingeleitet. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag auf Anfrage mit. Willms hatte im Münchner NSU-Prozess ein vermeintliches Terroropfer namens „Meral Keskin“ vertreten, inzwischen aber eingeräumt,dass seine Mandantin nicht existiert. Meral Keskin wurde als Nebenklägerin geführt und soll bei einem Nagelbombenanschlag im Jahr 2004 verletzt worden sein.

Anlass für die Ermittlungen gegen Willms seien Presseveröffentlichungen, sagte der Sprecher. Weil der Anwalt für die Vertretung des angeblichen NSU-Terroropfers im Münchner Prozess eine Vergütung erhalten habe, hege die Staatsanwaltschaft einen "Anfangsverdacht" auf Betrug.

Gegen Willms läuft auf Antrag der Anwaltskammer außerdem ein standesrechtliches Verfahren bei der Generalstaatsanwaltschaft Köln. Dabei gehe es um Verdacht, Willms habe für das Mandat eine Provision bezahlt, sagte eine Sprecherin am Montag.

Anwalt Willms sieht sich getäuscht

Willms hatte über seinen eigenen Anwalt erklären lassen, er sei von einem anderen NSU-Geschädigten getäuscht worden. Der Mann habe ihm ein Foto der vermeintlichen „Meral Keskin“ vorgelegt und für die Vermittlung der Mandantin eine Provision verlangt. Auch gegen diesen Mann ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts.

dpa

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