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Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un treibt das Atomprogramm seines Landes weiter voran.

Internationale Gemeinschaft besorgt

Nordkorea zündet Wasserstoffbombe

Pjöngjang - Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals eine Wasserstoffbombe getestet. Der Test sei "erfolgreich" verlaufen, verkündete am Mittwoch ein Nachrichtensprecher im staatlichen Fernsehen.

Auch wenn es sich nur um eine "verkleinerte" Bombe gehandelt habe, gehöre Nordkorea damit ab sofort zum Kreis der Länder mit fortgeschrittener Kernwaffentechnik. Wasserstoffbomben verfügen über eine deutlich größere Sprengkraft als Atombomben. Die USA, Südkorea und Japan reagierten empört.

"Mit dem perfekten Erfolg unserer historischen Wasserstoffbombe haben wir den Rang eines fortgeschrittenen Atomstaates erreicht", verkündete der Nachrichtensprecher. In der von ihm verlesenen Erklärung wird zugleich versichert, dass Nordkorea niemals als erstes Atomwaffen einsetzen wolle. "So lange die USA aber ihre bösartige Anti-Nordkorea-Politik fortsetzen, so lange werden wir nicht aufhören, unser Atomprogramm weiterzuentwickeln."

Test von Kim Jong Un persönlich angeordnet

Der für das Ausland überraschende Test wurde den Angaben aus Pjöngjang zufolge von Staatschef Kim Jong Un persönlich angeordnet. Er erfolgte zwei Tage vor dessen Geburtstag. Kim hatte erst im Dezember erstmals angedeutet, dass sein Land eine Wasserstoffbombe besitze. Nordkorea sei "ein mächtiger Atomstaat, der bereit ist, eine selbstständige Atombombe und eine Wasserstoffbombe zu zünden, um seine Souveränität zu verteidigen", sagte er laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

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Kims Äußerung von Anfang Dezember war der erste explizite Hinweis auf eine Wasserstoffbombe. Seine Aussage wurde aber von internationalen Experten mit Skepsis aufgenommen. Nun vermeldete das kommunistische Land den "erfolgreichen" Test einer Wasserstoffbombe.

Vor der Erklärung aus Pjöngjang hatte die US-Erdbebenwarte USGS nahe des nordkoreanischen Atomtestgeländes Punggye Ri einen Erdstoß der Stärke 5,1 registriert. Japan vermutete umgehend, dass Nordkorea einen neuen Kernwaffentest ausgeführt haben könnte. Das chinesische Erdbebenzentrum erklärte, der Erdstoß sei vermutlich durch "eine Explosion" ausgelöst worden.

Nach der Verkündung des Kernwaffentests durch Nordkorea sprach das Weiße Haus von einer "Provokation", auf die die USA "angemessen" reagieren würden. Die US-Regierung stellte aber zugleich klar, dass die Angaben aus Pjöngjang nicht bestätigt werden könnten und noch überprüft werden müssten.

Südkorea spricht von schwerer Provokation

In Südkorea sprach Präsidentin Park Geun Hye von einer "schweren Provokation". Der Test sei eine Bedrohung für die nationale Sicherheit und die Zukunft Südkoreas. Die Regierung kündigte an, dass sie "alle notwendigen Maßnahmen" ergreifen werde, "damit Nordkorea den Preis für den Kernwaffentest bezahlt". Der nunmehr vierte Nukleartest des Nordens sei ein klarer Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates.

Auch Japans Regierungschef Shinzo Abe verurteilte den Test und bezeichnete ihn als "ernsthafte Bedrohung" für Japan. Zudem sei das nordkoreanische Vorgehen "eine schwere Herausforderung für die internationalen Bemühungen zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen".

Russland sieht in Nordkoreas Atomtest keine „direkte Bedrohung“

Russlands erste Reaktionen auf Nordkoreas jüngsten Nukleartest fallen gelassen aus. „Eine direkte Bedrohung Russlands durch die Aktion Nordkoreas sehe ich nicht, wenn man unsere Beziehungen mit dem Land in Betracht zieht“, sagte Generaloberst Viktor Jessin am Mittwoch in Moskau. „Für die ganze Welt hingegen ist die Bedrohung real.“ Es gebe aber keine Beweise, dass es sich bei der von Nordkorea getesteten Waffe wie behauptet tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handle, erklärte der Ex-Generalstabschef der strategischen Raketentruppen.

Der Dialog mit Nordkorea über sein Atomprogramm müsse fortgesetzt werden, sagte der Vorsitzende im Verteidigungsausschuss des Föderationsrates, Viktor Oserow. Dagegen könnte eine Verschärfung der Sanktionen Pjöngjang dazu treiben, noch mehr an seinen Atomwaffen zu arbeiten, sagte er der Agentur Interfax.

Nachdem Südkorea, Japan und China mit Empörung auf den Test reagiert hatten, gibt sich Russland als einziger Anrainerstaat Nordkoreas zunächst nach außen unbesorgt. Das größte Land der Erde hat mit dem totalitären Staat eine 19 Kilometer lange Grenze.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomwaffentests unternommen und damit jedes Mal internationale Empörung ausgelöst.

AFP/dpa

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