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US-Präsident Barack Obama umarmt einen Überlebenden der Hiroshima-Katastrophe.

Historischer Besuch des US-Präsidenten

Obama besucht Hiroshima und fordert Welt ohne Atomwaffen

Hiroshima  - Auf diese Geste hat Japan lange gewartet: Erstmals besucht ein US-Präsident im Amt das Mahnmal für die Toten des Atombombenabwurfs auf Hiroshima.

US-Präsident Barack Obama hat bei einem historischen Besuch in Hiroshima für eine Welt ohne Atomwaffen geworben. „Wir müssen Lehren aus Hiroshima ziehen“, sagte Obama in der japanischen Stadt, die vor 71 Jahren von einer amerikanischen Atombombe zerstört wurde. Es war der erste Besuch eines US-Präsidenten am Mahnmal in Hiroshima. Wie zuvor angekündigt entschuldigte sich Obama nicht für die verheerende Zerstörung im August 1945.

An der Gedenkstätte im Friedenspark in der japanischen Großstadt legte Obama einen Kranz mit weißen Blumen nieder. Er schloss kurz die Augen. An seiner Seite stand Japans Regierungschef Shinzo Abe, der ebenfalls einen Kranz niederlegte und sich zu Ehren der Opfer verbeugte. Beide schüttelten als Zeichen der Freundschaft die Hände.

Ehemalige Todfeinde sind nun starke Partner

Barack Obama und der japanische Premier Shinzo Abe vor dem Denkmal.

„Wir gedenken aller Unschuldigen, die während dieses Krieges ums Leben gekommen sind“, sagte Obama in seiner fast 20-minütigen Rede. Die USA und Japan hätten aus der Geschichte gelernt und Freundschaft geschlossen. Die Welt trage Verantwortung, dass sich solches Leid nicht wiederhole. „Wir haben die gemeinsame Verantwortung, der Geschichte ins Auge zu blicken.“ Schon zu Beginn seiner Amtszeit hatte Obama 2009 in einer wegweisenden Rede in Prag eine atomwaffenfreie Welt gefordert. „Wir müssen unsere Denkweise über den Krieg selbst ändern, um Krieg durch Diplomatie zu verhindern.“

Vor der symbolischen Visite in Hiroshima hatte Obama klar gemacht, dass er sich nicht entschuldigen würde, was Japans Regierung auch nicht von ihm erwartet hatte. Die Mehrheit der Amerikaner hält den Atomschlag bis heute für berechtigt, weil ihrer Ansicht nach damit der Zweite Weltkrieg beendet wurde.

"Neue Seite in den Geschichtsbüchern"

Ministerpräsident Abe würdigte den Besuch als historisch. „Wir schlagen eine neue Seite in unseren Geschichtsbüchern auf.“ Obama „eine schwierige, aber wundervolle Entscheidung“ getroffen. Auch Abe rief zur Abrüstung auf: „Das ist unsere Verantwortung: Eine Welt ohne Atomwaffen zu schaffen.“

„In dem Bild der aufsteigenden Pilzwolke, die über dieser Stadt aufstieg, werden wir stark an die Widersprüche der Menschheit erinnert“, sagte Obama. Wissenschaftliche Entdeckungen und Innovation brächten nicht nur Fortschritt, sondern schüfen auch „immer wirksamere Tötungsmaschinen“. Die USA hielten große Arsenale von Atomwaffen. „Aber wir müssen der Logik der Angst entkommen.“

Er zeigte sich aber skeptisch, wann eine atomwaffenfreie Welt erreicht werden könne. „Wir mögen dieses Ziel in meiner Lebenszeit nicht erreichen. Aber mit dauerhaften Anstrengungen können wir die Möglichkeit einer Katastrophe verhindern“, sagte Obama. Die Arsenale könnten verringert und die Weiterverbreitung verhindert werden.

Atombombe verwandelte Hiroshima in ein Inferno

Zu Beginn seines Besuches in dem Friedenspark hatte Obama das Museum besucht, das die verheerenden Auswirkungen des Atomwaffeneinsatzes dokumentiert. Der Blitz der Atombombe hatte Hiroshima in ein Inferno verwandelt. Von den 350.000 Bewohnern starben auf einen Schlag schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen; Ende Dezember 1945 lag die Zahl schon bei 140.000.

Drei Tage nach dem ersten Abwurf zündeten die Amerikaner über Nagasaki eine zweite Atombombe. Bis Dezember 1945 starben dort etwa 70.000 Menschen. In seiner Rede gedachte Obama auch der Toten von Nagasaki. „Der Zweite Weltkrieg fand sein brutales Ende in Hiroshima und Nagasaki“, sagte der US-Präsident. „Wir kommen hierher, um an die Opfer zu erinnern“, sagte Obama. „Ihre Seelen sprechen zu uns.“

Die genaue Opferzahl der beiden Atombombenabwürfe wird sich nie ermitteln lassen, weil viele erst an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung starben.

dpa

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