Bei einem Live-Auftritt in der Politsatire-Sendung "The Colbert Report" nahm sich Obama selbst aufs Korn. Foto: Andrew Harrer
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Bei einem Live-Auftritt in der Politsatire-Sendung "The Colbert Report" nahm sich Obama selbst aufs Korn. Foto: Andrew Harrer

Obama witzelt über Kritik an Gesundheitsreform und seine Ohren

Washington (dpa) - Trotz mieser Umfragewerte und einer verlorenen Kongresswahl hat US-Präsident Barack Obama seinen Humor anscheinend nicht verloren.

Bei einem Live-Auftritt in der beliebten Politsatire-Sendung "The Colbert Report" am Montag lieferte sich Obama einen witzig-spritzigen Schlagabtausch mit seinem Gastgeber, spöttelte über die massive Republikaner-Kritik an seiner Gesundheitsreform, seine gesunkene Popularität - und seine großen Ohren.

Zugleich bekannte Obama, dass er seinen Job nach wie vor liebe. Auf die Frage, ob er ein großer oder der größte Präsident sei, antwortete er weise: "Dazu sage ich nichts."

Es war das erste Mal, das sich Obama als Chef der Nation live Talkshowmaster Stephen Colbert stellte. Colbert ist ein ausgesprochener Liberaler, der in der Show des Senders Comedy Central aber einen äußerst konservativen TV-Journalisten verkörpert - und dabei keine Gelegenheit verpasst hat, den Präsidenten scherzhaft aufs Korn zu nehmen. Bei seinem Auftritt schlüpfte Obama vorübergehend in die Rolle des Gastgebers und verkündete danach: "Ich habe mich noch nie so mächtig gefühlt wie hinter diesem Schreibtisch."

Zuvor hatte er auf dem Gastgeber-Sessel festgestellt, er könne sich nicht vorstellen, dass der Präsident in einer Comedy-Show auftauche. Das sei unter seiner Würde - aber über seinen Umfragewerten.

Aber es war vor allem das Thema Obamacare, bei dem der Demokrat seinen Witz sprühen ließ. Wie können die Republikaner ihr Ziel erreichen, die Gesundheitsreform rückgängig zu machen? Die einzige Möglichkeit, sie zu killen, sei es, ihr eine Krankenversicherung zu verweigern, ulkte Obama. Aber eigentlich stießen sich die Kritiker ja auch nur an einem Teil der Reform: Dem "Obama" in Obamacare.

Der Präsident genoss seinen Auftritt sichtlich. In der jüngsten Vergangenheit hatte man ihn bisweilen etwas angeschlagen-müde erlebt, und just am vergangenen Wochenende hatten Ärzte festgestellt, dass er an schwerem Sodbrennen leidet. Aber in der Show war von Lasten und Leiden nichts zu spüren, überzog wiederholt ein breites Lachen sein Gesicht, bis an die Ohren. Und um beim Thema zu bleiben: Seine Frau Michelle und seine beiden Töchter sorgten schon dafür, dass er auf dem Teppich bleibe, schilderte Obama. "Michelle, Malia und Sasha machen es mir nicht leicht (...). Sie geben mir keine Fanfaren. Sie hänseln mich gnadenlos wegen meiner großen Ohren."

Obamas Auftritt am Montag markiert den Beginn des Abschieds von der Satire-Show. Sie wird in knapp zwei Wochen eingestellt, Colbert ab nächstem Jahr für den Sender CBS witzeln - als Gastgeber der "Late Show" und damit Nachfolger von David Letterman.

The Colbert Report

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