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Der Bahn-Manager Christian Kern. Er wird der Nachfolger von Werner Faymann.

SPÖ hat sich festgelegt

"Entscheidung gefallen": Kern wird österreichischer Bundeskanzler

Wien - Der Bahn-Manager Christian Kern wird in Österreich neuer Bundeskanzler. "Die Entscheidung ist gefallen“, erklärte der SPÖ-Interimchef Michael Häupl.

Zudem soll Kern Parteichef der Sozialdemokraten werden, verriet Häupl am Freitag in Wien am Rande einer Sitzung der SPÖ-Landeschefs.

Der Bundesparteivorstand muss die Personalie am kommenden Dienstag offiziell billigen. Einen Tag später soll Kern vom österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer als 13. Bundeskanzler nach 1945 vereidigt werden.

Der 50-jährige Kern, seit 2010 Chef der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), war zuletzt vor 20 Jahren in der Politik, unter anderem als Pressesprecher des damaligen SPÖ-Fraktionsvorsitzenden. Erfahrung in höheren politischen Ämtern hat er nicht.

Der zurückgetretene Kanzler Werner Faymann.

Kern folgt auf Werner Faymann, der nach innerparteilicher Kritik zurückgetreten war. Faymann hatte damit die Konsequenzen aus der krachenden Niederlage seiner Partei bei der Präsidentschaftswahl gezogen, bei der die rechtspopulistische FPÖ triumphierte. Der bisherige Vizekanzler, ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, übernahm übergangsweise die Aufgaben des Regierungschefs.

Der SPÖ-Bundesvorstand muss die Personalie Kern an diesem Dienstag offiziell billigen. Einen Tag später soll er von Bundespräsident Heinz Fischer als 13. Bundeskanzler nach 1945 vereidigt werden. Zu Fragen der Asylpolitik und zum Umgang der Sozialdemokraten mit der rechten FPÖ hat sich Kern bisher noch nicht geäußert.

„Wir könnten nicht schlecht zusammenpassen"

Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner steht dem neuen Mann an der Spitze der Regierung positiv gegenüber. „Wir könnten nicht schlecht zusammenpassen. Ich bin ebenfalls ein Organisationstyp, habe bestimmte Erfahrungswerte und hoffe, dass wir uns gut ergänzen“, sagte Mitterlehner den „Salzburger Nachrichten“

Die SPÖ und die ÖVP dominieren seit Jahrzehnten die österreichische Politik. Allerdings vollzog sich eine schleichende Erosion ihrer Wählerschaft, bei der Parlamentswahl 2013 kamen sie zusammen gerade noch auf eine Mehrheit der Mandate. In aktuellen Umfragen liegt die FPÖ vorn.

dpa/AFP

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