In diesem Kühllaster wurden die Leichen entdeckt.
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In diesem Kühllaster wurden die Leichen entdeckt.

Drama auf der A4 im Burgenland

Österreich: Bis zu 50 Flüchtlinge in Schlepper-Lkw erstickt

Neusiedl/Wien - Schreckliches Drama auf der A4 im österreichischen Burgenland: In einem abgestellten Kühllaster sollen dort bis zu 50  Flüchtlinge qualvoll erstickt sein.

Beamte der Spurensicherung untersuchen das Fahrzeug.

Der Schlepper-Lkw war zwischen Neusiedl und Parndorf auf dem Pannenstreifen abgestellt. Laut der Kronen-Zeitung waren Mitarbeiter des Streckendienstes auf das Fahrzeug aufmerksam geworden. Im Innern des Kühlfahrzeugs fand die Polizei die Leichen von bis zu 50 Flüchtlingen. Offenbar sind sie im Laderaum erstickt. Wie lange die Leichen schon in dem Laster lagen, ist noch ungeklärt: „Der Tod ist schon länger eingetreten. Wir können keine konkreten Angaben über Ursache oder Herkunft machen", so Hans-Peter Doskozil, Chef der Landespolizei. Ein Sprecher des Innenministeriums in Wien sagte, „es ist ein Lastwagen voller Leichen“. Die Tatortarbeit und die Bergung der Toten laufe.

Polizei: "Zwischen 20 und 50 Todesopfer"

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) informierte am frühen Nachmittag auf einer Pressekonferenz über weitere Einzelheiten: Die Polizei schätzt die Zahl der Todesopfer zwischen 20 und 50. Der Fahrer des Lkw sei auf der Flucht. Nach den Schleppern werde mit Hochdruck gefahndet.

"Diese Tragödie macht uns alle betroffen", sagte Johanna Mikl-Leitner  auf der Pressekonferenz. Und: "Schlepper sind Kriminelle. Und wer jetzt noch immer meint, dass es sanftmütige Fluchthelfer sind, dem ist nicht zu helfen.“ Um 18 Uhr soll es eine weitere Pressekonferenz geben.

Flüchtlings-Drama überschattet Konferenz

Der grausige Fund auf der Autobahn überschattete am Donnerstag die Westbalkan-Konferenz in Wien. An dem Treffen, bei der es auch um die Begrenzung des Zustroms von Asylbewerbern aus dem Westbalkan geht, nimmt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini und der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi teil. Vom Balkan waren die Regierungschefs aus Mazedonien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro und Serbien eingeladen. Die „Balkan-Route“ führt Flüchtlinge über die Türkei, Griechenland, Mazedonien und Serbien. Ungarn ist für Flüchtlinge ein Transitland, kein Zielland. Die meisten wollen weiter Richtung West- und Mitteleuropa. Einigkeit herrschte bei dem Treffen, dass die aktuelle Flüchtlingskrise nur mit einer gemeinsamen Strategie der EU bewältigt werden kann.

dpa

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