Razzia Oldschool Society
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Fahrzeuge der Bundespolizei kommen am Mittwoch auf das Gelände des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe (Baden-Württemberg). Unklar ist wer die Insassen sind.

"Oldschool Society"

Rechtsterroristen planten wohl Anschlag am Wochenende

Karlsruhe - Die rechtsextreme Terrorgruppe "Oldschool Society", die am Mittwoch von Ermittlern zerschlagen wurde, wollte offenbar bereits am Wochenende einen Anschlag verüben.

Mit Razzien in mehreren Bundesländern haben Spezialeinheiten der Polizei eine bisher unbekannte rechtsextreme Terrorgruppe zerschlagen und damit möglicherweise einen Anschlag verhindert. Die Bundesanwaltschaft ließ am Mittwoch vier Verdächtige festnehmen. Die drei Männer und eine Frau sollen gemeinsam mit anderen die rechtsterroristische Vereinigung „Oldschool Society“ (OSS) gegründet, sich Sprengstoff verschafft sowie Anschläge auf Islamisten, Moscheen und Asylbewerberheime geplant haben, wie die Behörde mitteilte.

Möglicherweise wollten OSS-Mitglieder bereits am Wochenende ein ausländerfeindliches Attentat verüben, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Details wurden zunächst nicht bekannt. Verfassungsschützer hatten unter anderem die Kommunikation der OSS-Mitglieder im Internet abgehört.

Neben den vier Inhaftierten ermittelt die Anklagebehörde gegen fünf weitere Beschuldigte, deren Wohnungen ebenfalls durchsucht wurden. Festgenommen wurden sie zunächst aber nicht. An dem Einsatz in Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern waren etwa 250 Polizeibeamte aus Bund und Ländern beteiligt.

Die vier verhafteten Verdächtigen sind deutsche Staatsbürger im Alter von 22, 39, 47 und 56 Jahren. Sie hatten sich Sprengmittel besorgt, erklärte die Bundesanwaltschaft. Bei einer Durchsuchung wurde erlaubnispflichtige Pyrotechnik „mit großer Sprengkraft“ sowie weitere Beweismittel sichergestellt. Mit den von der OSS geplanten Bomben hätte demzufolge zufolge Menschen verletzt oder getötet sowie Gebäude stark beschädigt werden können. Es seien zwar keine scharfen Schusswaffen gefunden worden, aber Gaspistolen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Ausgangspunkt für die Ermittlungen waren Erkenntnisse des Verfassungsschutzes.

Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnet die OSS sich als „eine Verbindung gleichgesinnter Menschen die, die deutsche Kultur und ihre Werte leben“. Fotos auf der Seite zeigen Demonstrationen aus dem rechten Spektrum und Aufmärsche.

Die Gruppe soll spätestens seit November 2014 bestehen. Damals hätten sich neun Rechtsextremisten im sächsischen Frohburg südlich von Leipzig zu einer Gründungsveranstaltung getroffen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, möglicherweise sei die Bildung einer Organisation nach dem Vorbild des NSU verhindert worden. Der rechtsextreme „Nationalsozialistische Untergrund“ hatte mit einer jahrelang unentdeckten Mordserie Deutschland erschüttert.

Zwei der Festgenommenen sollen Rädelsführer der Gruppe gewesen sein. Der 56-jährige Andreas H. aus Augsburg bezeichnete sich auf seiner Facebook-Seite als „Presi der Gruppe“ und warb über das soziale Netzwerk um Mitglieder. Der 39-jährige Markus W. ist offenbar der „Vizepräsident“ der Gruppe gewesen. Bei beiden gibt es nach Angaben aus Sicherheitskreisen Hinweise darauf, dass sie in rechtsextremistischen Vereinigungen aktiv waren.

Bei den beiden anderen handelt es sich um einen 47-jährigen Mann, der in Bochum festgenommen worden ist, und eine 22-jährige Frau. Das Quartett sollte am Mittwoch und am Donnerstag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über die Anordnung von Untersuchungshaft entscheidet.

dpa

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