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Ein Panzer der Rebellen in der von Regierungstreppen belagerten Stadt Aleppo.

Opposition in Syrien behauptet: 

Rebellen durchbrechen Belagerungsring in Aleppo

Aleppo - Bei der Schlacht um Syriens einstige Wirtschaftsmetropole Aleppo haben es die Rebellen offenbar geschafft, den Belagerungsring der Assad-Truppen zu durchbrechen. 

Die in Istanbul ansässige Nationale Koalition der Opposition schrieb am Samstag auf Twitter: "Rebellen durchbrechen Belagerung von Aleppo." Auch die islamistische Miliz Ahrar al-Scham teilte über Twitter mit, die Rebellen hätten "den Weg nach Aleppo frei gemacht". Damit war eine von den Rebellen angekündigte Offensive gegen die syrischen Regierungstruppen offenbar erfolgreich. Hilfsorganisationen hatten die kritische Situation der Bevölkerung in der belagerten Stadt gemeldet. Mit dem Durchbruch der Rebellen könnte sich die Versorgung der Menschen in Aleppo etwas verbessern. In der Stadt sind rund 300.000 Menschen eingeschlossen.

Kurz zuvor hatten Aktivisten berichtet, dass binnen einer Woche mehr als 500 Kämpfer auf beiden Seiten sowie mindestens 130 Zivilisten im Kampf um Aleppo getötet wurden. Wie der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Samstag mitteilte, stammten wegen der Luftangriffe der Regierungskräfte die meisten der seit dem vergangenen Sonntag Getöteten aus den Reihen der islamistischen Aufständischen.

Gegenoffensive dauerte über eine Woche

Die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad verfügt über Jagdbomber, die für seinen Sturz kämpfenden Rebellen haben keine Flugzeuge. Am 31. Juli hatten die Rebellen im Süden von Aleppo eine Gegenoffensive gestartet, um den Belagerungsring der Regierungstruppen zu durchbrechen. Maßgeblich angeführt wurden sie von der Dschihadistenmiliz Fateh-al-Scham-Front, der bisherigen Al-Nusra-Front, die ihre Verbindung zum Al-Kaida-Netzwerk offiziell aufgekündigt hat.

Die meisten Zivilisten wurden der Beobachtungsstelle zufolge in Vierteln von Aleppo getötet, die von der Regierung kontrolliert werden. Aleppo ist seit dem Sommer 2012 zwischen Regierung und Rebellen geteilt. Die den Assad-Gegnern nahe stehende Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien stützt sich nach eigenen Angaben auf eine dichtes Netz von Vertrauensleuten in Syrien. Wegen der dortigen unübersichtlichen Lage können ihre Informationen oft nur schwer überprüft werden. Seit Beginn des Bürgerkrieges im März 2011 wurden in Syrien mehr als 280.000 Menschen getötet, Millionen weitere ergriffen die Flucht.

AFP

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