+
Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Foto: Youssef Badawi/Archiv

Oxfam: Reiche Staaten nehmen zu wenig Flüchtlinge auf

Die sechs größten Volkswirtschaften der Welt nehmen nicht einmal neun Prozent aller Flüchtlinge auf. Am besten steht noch Deutschland da. Die meisten Hilfesuchenden kommen in ärmeren Ländern unter.

London (dpa) - Die sechs größten Volkswirtschaften der Welt gewähren nur einem kleinen Teil der weltweiten Flüchtlinge Schutz. Das geht aus einer Analyse der Hilfsorganisation Oxfam hervor, die heute veröffentlicht wurde.

Demnach haben in den USA, China, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich gerade einmal rund 2,1 Millionen der 21,3 Millionen Flüchtlinge weltweit Aufnahme gefunden. Das sind weniger als neun Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit werden dagegen von Ländern aufgenommen, die nur für einen Bruchteil der globalen Wirtschaftsleistung verantwortlich sind.

Die Oxfam-Analyse stützt sich auf Zahlen der Vereinten Nationen von anerkannten Flüchtlingen und registrierten Asylbewerbern aus dem Jahr 2015. Demnach akzeptierte Deutschland die höchste Zahl an Flüchtlingen unter den sechs wirtschaftsstärksten Nationen. Der Löwenanteil der Hilfesuchenden ist aber in wirtschaftlich weitaus schwächeren Ländern wie Jordanien, der Türkei und Südafrika untergekommen.

Oxfam rief die großen Volkswirtschaften dazu auf, mehr Flüchtlingen Zuflucht zu gewähren und wirtschaftlich schwächere Länder bei der Versorgung der geflohenen Menschen besser zu unterstützen. Die Verantwortung, Hilfesuchende mit dem Notwendigsten zu versorgen, laste oft auf Ländern, die schon Schwierigkeiten hätten, die Bedürfnisse ihrer eigenen Bevölkerung zu erfüllen, heißt es in dem Bericht.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge komme in Ländern unter, die zusammen für weniger als zwei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung verantwortlich sind, so Oxfam. Die sechs größten Volkswirtschaften generierten dagegen mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung. Wirtschaftlich schwächere Länder übernähmen daher den größeren Teil der globalen Verantwortung für Flüchtlinge, schrieben die Analysten von Oxfam.

Insgesamt sind mehr als 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, bei etwa zwei Dritteln davon handelt es sich um Binnenflüchtlinge.

Pressemitteilung Oxfam

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Roth erneut Spitzenkandidatin von Bayerns Grünen

Augsburg - Claudia Roth wird auch 2017 die bayerischen Grünen in die Bundestagswahl führen. Bei der Landesversammlung wählten die Grünen am Freitagabend die 61-Jährige …
Roth erneut Spitzenkandidatin von Bayerns Grünen

UN-Vollversammlung fordert sofortige Waffenruhe in Syrien

New York - Die UN-Vollversammlung hat in einer mit breiter Mehrheit verabschiedeten Resolution eine sofortige Waffenruhe in Syrien gefordert.
UN-Vollversammlung fordert sofortige Waffenruhe in Syrien

Kommentar: Eine gefährliche Welt

„Postfaktisch“ ist das deutsche Wort des Jahres. Es geht um Fakten und Gefühle, um die Lügen im Netz - und um den Aufstand vieler Bürger gegen ihr Establishment, den die …
Kommentar: Eine gefährliche Welt

Ursula von der Leyen bestaunt Pferdezucht des Königs

Manama - Der König von Bahrain scheint sich gut über die Hobbys von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen informiert zu haben und präsentierte ihr am Freitag …
Ursula von der Leyen bestaunt Pferdezucht des Königs

Kommentare