+
Israel hat sich mit den Palästinensern wohl auf eine dauerhafte Waffenruhe geeinigt.

Gazastreifen

Alle Seiten verkünden Einigung auf Waffenruhe

Gaza - Die Einigung zwischen Israel und den Palästinensern auf eine Waffenruhe für den Gazastreifen ist von allen beteiligten Seiten bestätigt worden.

Sowohl Israel als auch die Palästinenserführung und Ägypten, das in dem Konflikt vermittelt, verkündeten am Dienstag ein entsprechendes Abkommen. Die Waffenruhe sollte demnach um 18.00 Uhr (MESZ) in Kraft treten und offenbar unbefristet sein.

Staatliche ägyptische Medien verkündeten den Zeitpunkt, ohne sich jedoch zur vereinbarten Dauer der Waffenruhe zu äußern. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte jedoch in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache, die Palästinenserführung habe der von Ägypten vorgeschlagenen "umfassenden und dauerhaften" Waffenruhe zugestimmt.

Auch aus israelischen Regierungskreisen hieß es, es sei eine "unbefristete" Waffenruhe vereinbart worden, die akzeptiert werde. Nach früheren Angaben eines ranghohen Palästinenservertreters sieht das Abkommen unter anderem eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens vor.

Als Reaktion auf andauernden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hatte Israel das Küstengebiet in den vergangenen sieben Wochen aus der Luft und auch am Boden angegriffen. Mehr als 2100 Palästinenser wurden getötet, darunter nach Angaben der Vereinten Nationen fast 500 Kinder.

Israels Luftwaffe hatte kurz vor Einigung noch 40 Ziele angegriffen

Die israelische Luftwaffe hatte noch kurz zuvor rund 40 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Dabei wurde nach palästinensischen Medienberichten auch ein zuvor geräumtes 13-stöckiges Hochhaus im Süden der Stadt Gaza zerstört.

Das Al-Bascha-Gebäude sei dabei in Schutt und Asche gelegt worden. In dem Gebäude gab es nach Augenzeugenberichten unter anderem Journalistenbüros und eine Zahnarztpraxis. Militante Palästinenser feuerten am Dienstag wieder Raketen auf Israel ab.

Eine israelische Militärsprecherin sagte, in den beschossenen Gebäuden hätten sich Kontrollzentren der Hamas oder anderer militanter Organisationen befunden. Auch seien dort Waffen angefertigt worden. Der Hamas-Funktionär Mussa Abu Marsuk nannte die Zerstörung der Gebäude „ein Kriegsverbrechen“.

Wenige Stunden zuvor hatte die israelische Armee zahlreiche Raketen auf einen Wohn- und Geschäftskomplex abgefeuert. Das Gebäude, das mehr als 100 Wohnungen und 150 Geschäfte enthielt, wurde schwer beschädigt. Damit sind seit Samstag drei Hochhäuser in Gaza angegriffen worden.

Beide Seien hatten sich mehrfach auf Feuerpausen geeinigt

Nach Ausbruch des jüngsten Gaza-Krieges Anfang Juli hatten sich beide Seiten im August mehrfach auf Feuerpausen geeinigt. Nach dem Scheitern von Verhandlungen in Kairo ging der Konflikt allerdings mit noch größerer Härte weiter.

Nach palästinensischen Angaben wurden am Dienstag sechs Palästinenser bei israelischen Angriffen getötet. Zwei von ihnen kamen ums Leben, als die israelische Luftwaffe ein Auto im Norden Gazas ins Visier nahm. Rettungskräften zufolge handelt es sich bei den Toten um zwei Angestellte einer Elektrizitätsfirma. Vier weitere Personen seien bei Bombardements getötet worden. Etwa 20 Menschen wurden am Dienstag verletzt.

Israel will mit den massiven Bombardements die im Gazastreifen herrschende Hamas dazu zwingen, den Raketenbeschuss israelischer Städte zu stoppen. Dennoch wurden am Dienstag bis zum Nachmittag mehr als 70 Raketen auf Israel abgefeuert. In Aschdod traf eine Rakete nach Medienberichten den Spielplatz eines Kindergartens. In Aschkelon sei eine Rakete in ein Haus eingeschlagen und habe es schwer beschädigt. 25 Menschen wurden nach Medienberichten verletzt, darunter mehrere Kinder. Weitere 45 Personen mussten demnach wegen Schockzuständen behandelt werden.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 8. Juli sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 2130 Palästinenser getötet und mehr als 11 100 verletzt worden. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und 4 Zivilisten.

AFP/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fidel Castros Urne wird beigesetzt

Santiago de Cuba (dpa) - Zum Abschluss der neuntägigen Staatstrauer in Kuba wird heute die Urne mit der Asche des im Alter von 90 Jahren gestorbenen früheren Staatschefs …
Fidel Castros Urne wird beigesetzt

Zehntausende empfangen Castros Urne in Santiago de Cuba

Nach einer Reise von rund 1000 Kilometern quer über die ganze Karibikinsel kommen die sterblichen Überreste des kubanischen Revolutionsführers an ihrem Bestimmungsort …
Zehntausende empfangen Castros Urne in Santiago de Cuba

Prominente rufen zu Demonstration gegen Krieg in Aleppo auf

Berlin (dpa) - Eine Gruppe Prominenter ruft zu einer Demonstration in Berlin gegen den Krieg in Syrien und das russische Bombardement Aleppos auf. Man wolle "wenigstens …
Prominente rufen zu Demonstration gegen Krieg in Aleppo auf

Berliner Grüne sagen Ja zum Koalitionsvertrag

In wenigen Tagen soll Rot-Rot-Grün loslegen in Berlin. Zuvor befindet die Basis über das Regierungsprogramm. Die Grünen machen den Anfang - und deutlich: "Wir wollen …
Berliner Grüne sagen Ja zum Koalitionsvertrag

Kommentare