Die Asylbewerberunterkunft an der Herner Straße in Recklinghausen.
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Die Asylbewerberunterkunft an der Herner Straße in Recklinghausen.

LKA durchsucht Wohnung

Pariser Angreifer lebte in deutscher Asyl-Unterkunft

Paris - Der Attentäter, der am Donnerstag bei einem Angriff auf Polizisten in Paris erschossen wurde, hat in einer Asylbewerberunterkunft in Recklinghausen gewohnt.

Das LKA teilte am Samstag mit, Einsatzkräfte der Polizei hätten nach konkreten Hinweisen von französischen Sicherheitsbehörden am 9. Januar die betreffende Wohnung durchsucht. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten sich aber keine Hinweise auf weitere mögliche Anschläge ergeben.

Mutter: "Mein Sohn hat nichts getan"

Der Angreifer soll sich nach Angaben eines tunesischen Paars, das sich als seine Eltern vorstellte, kurz zuvor in Deutschland aufgehalten haben. Ihr Sohn habe sie von Deutschland aus gebeten, ihm Auszüge aus dem Geburtsregister zu schicken und sei nur wegen seines Passes auf dem Pariser Kommissariat gewesen, sagte die Frau in einem am Samstag vom tunesischen Privatradio Sabra FM veröffentlichten Video.

Sie selbst habe ihren Sohn gebeten, nach Hause zu kommen, da sie eine Handoperation haben werde und ihn sehen wolle, sagte die Frau. "Er hat nichts getan", sagte sie weiter und warf den französischen Behörden vor, ihren Sohn grundlos getötet zu haben. Sein Vater bekräftigte, sein Sohn "Tarek" habe keiner extremistischen Organisation angehört. Nach Angaben des Senders stammt die Familie aus Ouled Chemkh aus dem Verwaltungsbezirk Mahdia.

"Er hielt sich in Deutschland auf"

Ein weiterer Tunesier, der sich als Verwandter des Angreifers bezeichnete, sagte dem tunesischen Privatsender Mosaïque FM, der Mann heiße Tarek Belgacem: "Er hielt sich in Deutschland auf und ist nach Frankreich gekommen. (..) Er wollte seine Papiere ausstellen lassen, um dort legal leben zu können".

Vertreter der französischen Ermittlungen hatten bereits am Freitag mitgeteilt, bei dem Angreifer handle es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Tunesier namens Tarek Belgacem. Zuvor war bekannt geworden, dass er ein Handy mit deutscher SIM-Karte bei sich trug.

Der Angreifer hatte am Donnerstag mit einem Metzgerbeil bewaffnet und "Allahu Akbar" (Gott ist groß) rufend Polizisten vor einem Kommissariat im Pariser Viertel Goutte d'Or attackiert. Die wachhabenden Polizisten erschossen den Mann, der auch eine Sprengstoffgürtel-Attrappe trug.

Bei der Leiche wurde ein Bekennerschreiben mit einer aufgemalten Fahne der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefunden, in dem der Mann IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi die Treue schwört. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete deswegen Terror-Ermittlungen ein. Den Ermittlern zufolge stand der Name Tarek Belgacem auch auf dem Bekennerschreiben.

AFP

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