AFD-Parteivorsitzende Frauke Petry kommt am 28.11.2015 zum Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in der Niedersachsenhalle vom HCC in Hannover (Niedersachsen). Die Delegierten der AfD wollen in Hannover über die Asylpolitik und den Flüchtlingszuzug debattieren. Kritiker werfen der Partei vor, sich nicht entschieden von rechtsextremen Positionen zu distanzieren. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Die AFD-Parteivorsitzende Frauke Petry bei der Ankunft zum Bundesparteitag in der Niedersachsenhalle in Hannover. Die Delegierten der AfD wollen über die Asylpolitik und den Flüchtlingszuzug debattieren. 

Parteitag in Hannover

Parteienforscher: AfD lässt Haltung zu Rechtsextremen offen

Hannover/Berlin - Die Alternative für Deutschland (AfD) verhält sich nach Ansicht des Parteienforschers Oskar Niedermayer gegenüber rechtsextremen Positionen gewollt mehrdeutig.

„Die AfD vereint derzeit Strömungen von konservativ bis rechtsextremistisch, von jedem ein bisschen.“ Deshalb könne man die Partei auch nicht mit einem griffigen Begriff charakterisieren, sagte Niedermayer der Deutschen Presse-Agentur. „Von rechtskonservativ bis völkisch deckt sie ein breites rechtes Spektrum ab.“

Auch das Verhältnis der AfD zur rechten Protestbewegung Pegida sei zwiespältig, sagte Niedermayer. „Die AfD will eben auch diese Strömung abdecken. Teilweise distanziert sie sich, teilweise wird gemeinsame Sache gemacht.“ Am Samstag und Sonntag trifft sich die AfD in Hannover zu einem Parteitag.

Ihre Position zur Flüchtlingskrise sei zum Markenkern der AfD geworden. „Ohne diese Krise hätte die AfD nur noch geringe Chancen gehabt“, sagt Niedermayer. Die durch den Rückgang der Union bei Umfragen naheliegende Vermutung, dass die AfD von der Schwäche bei CDU und CSU profitiere, lasse sich momentan noch nicht belegen. „Über die Wählerwanderung wissen wir so gut wie nichts.“

Lesen Sie hier: AfD-Parteitag: Polizei rechnet mit Großeinsatz

Internationale Vergleiche ließen aber erkennen, dass Rechtsparteien unter anderem dann wachsen, „wenn vor allem konservative Parteien Versprechungen machen, die sie nicht einhalten“. „Die AfD zieht nicht nur ideologisch stramm rechte Wähler an, sondern auch Protestwähler, die die Flüchtlingspolitik der Regierung ablehnen und keine Alternative im Parteiensystem sehen.“

dpa

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