+
Tatjana Festerling

Festerling-Aussage sorgt für Empörung

Pegida-Frontfrau will auf Flüchtlinge schießen lassen

Dresden - Pegida-Wortführerin Tatjana Festerling hat mit Aussagen zum Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge Proteste ausgelöst. In einem Interview forderte die umstrittene Pegida-Sprecherin, dass auf Flüchtlinge geschossen werden sollte.

Das britische Portal „Daily Mail Online“ zitierte Festerling nach einem Interview mit dem Satz: „If they keep crossing the border and you can't arrest them, shoot them.“ („Wenn sie weiter über die Grenze kommen und man sie nicht einsperren kann, erschießt sie/schießt auf sie.“)

Festerling, die bei den selbst ernannten „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) eine Schlüsselrolle innehat, äußerte sich auf ihrer Internetseite ausführlich zu dem Interview und fühlte sich „stark verdichtet“ wiedergegeben.

Zieht Festerlings Aussage juristische Konsequenzen nach sich?

Unklar blieb zunächst, ob die Aussagen Ermittlungen nach sich ziehen. Die Staatsanwaltschaft Dresden kündigte einen Prüfvorgang an. Bei ihr wurden in diesem Jahr in anderen Fällen bereits drei Anzeigen gegen Festerling eingereicht - wegen Volksverhetzung, öffentliche Aufforderung zu Straftaten und übler Nachrede.

In der Politik stießen die jüngsten Aussagen Festerlings auf Protest. „Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungstätigkeit zu ihr und anderen Pegida-Hetzern intensiviert und es zügig zu Anklagen kommt“, erklärte Linke-Parteichef Rico Gebhardt. Der Grünen-Abgeordnete Valentin Lippmann kritisierte „die menschenverachtende Haltung Festerlings“. SPD-Generalsekretärin Daniela Kolbe forderte den Sächsischen Verfassungsschutz auf, Pegida endlich zu beobachten.

Kürzlich hatte auch die Vorsitzende der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, einen Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge bei einem illegalen Grenzübertritt als Möglichkeit bezeichnet.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rudy Giuliani als künftiger US-Außenminister aus dem Rennen

New York (dpa) - New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani ist aus dem Rennen um das Amt des US-Außenministers ausgeschieden. Giuliani habe bereits Ende November seinen …
Rudy Giuliani als künftiger US-Außenminister aus dem Rennen

Obama ordnet Untersuchung von Hackerattacken im Wahlkampf an

Die USA machen Russland für Hackerangriffe verantwortlich. Obama will von seinen Geheimdiensten eine Analyse dazu. Es geht aber nicht nur um das Wahljahr.
Obama ordnet Untersuchung von Hackerattacken im Wahlkampf an

Oppositionschef Akufo-Addo gewinnt Präsidentenwahl in Ghana

Machtwechsel in Ghana. Das Land mit den besten Demokratiewerten Afrikas steht vor einem friedlichen und unbeschwerten Übergang.
Oppositionschef Akufo-Addo gewinnt Präsidentenwahl in Ghana

Schäuble als Bundestagskandidat nominiert

Kehl - Die CDU hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in seinem Wahlkreis in Baden-Württemberg fast einstimmig als Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert.
Schäuble als Bundestagskandidat nominiert

Kommentare