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US-Verteidigungsminister Chuck Hagel.

US-Regierung:

'Ermordung Foleys war Angriff auf Amerika'

Washington/Kairo - Die USA nehmen die Bedrohung durch die Terrormiliz in Syrien und im Irak immer ernster. Wie weit wird das militärische Engagement Washingtons letztlich gehen?

Die US-Regierung bewertet die Ermordung des US-Journalisten James Foley durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als einen Anschlag auf Amerika. „Wir betrachten dies als einen Angriff auf unser Land“, sagte Ben Rhodes, Sprecher des nationalen Sicherheitsrates am Freitag. Man werde alles Notwendige tun, um dieser Herausforderung zu begegnen. Rhodes sagte aber nicht, ob es US-Luftangriffe auch auf IS-Stellungen in Syrien geben werde.

Der Kampf gegen den IS werde lange dauern, sagte Rhodes. Er müsse zudem gemeinsam mit regionalen und internationalen Partnern geführt werden. Die Terrormiliz sei in der Region tief verwurzelt. „Es gibt sie seit zehn Jahren“, fügte Rhodes hinzu. „Es wird lange Zeit dauern, sie zu vernichten.“

Zugleich erinnerte Rhodes an den Grundsatz der Regierung im Kampf gegen den Terrorismus: „Wenn Ihr Amerikaner angreift, greifen wir Euch an, wo immer Ihr Euch befindet.“ Allerdings nannte Rhodes auf Fragen keine Einzelheiten.

Auch die Zahl amerikanischer Geiseln in den Händen der IS bezifferte er nicht. Er meinte lediglich, es seien einige wenige. Rhodes sprach in Martha's Vineyard, dem Urlaubsort von Präsident Barack Obama.

Pentagon: IS viel gefährlicher als andere Terroristen 

Die IS-Kämpfer seien besser bewaffnet, ausgebildet und finanziert als jede andere bisher bekannte "Terrorgruppe", sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Donnerstag. Generalstabschef Martin Dempsey erklärte, ein Sieg über die Dschihadisten sei nur möglich, wenn diese auch in Syrien bekämpft würden.

Die Dschihadistengruppe verfüge militärisch über eine ausgefeilte strategische und taktische Schlagfähigkeit, sagte Hagel. Die Bedrohung durch die Extremisten sei "jenseits von allem, was wir gesehen haben". Dempsey warnte, ein weiteres Vorrücken der Dschihadistengruppe in der Region könne den gesamten Nahen Osten verändern und ein "Sicherheitsumfeld schaffen, das uns in vielerlei Hinsicht bedrohen würde".

Um die Dschihadistengruppe zu stoppen, müsse diese beiderseits der irakisch-syrischen Grenze angegriffen werden, sagte Dempsey. Dies sei möglich, wenn es eine "zum Sieg über den Islamischen Staat fähige Koalition" gebe. Dazu könnten auch gemäßigte syrische Rebellen gehören. Hagel schloss Luftangriffe gegen die Dschihadisten in Syrien nicht aus. Allerdings stünden sie nicht unmittelbar bevor.

Die Dschihadisten kontrollieren Teile des Nordiraks und Syriens. Für die von ihr eroberten Regionen rief die IS-Führung ein Kalifat aus. In den Kurdengebieten im Nordirak sind nach jüngsten Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR inzwischen 700.000 Menschen auf der Flucht vor den Extremisten.

Die US-Luftwaffe flog seit dem 8. August etwa 90 Angriffe gegen die Dschihadisten im Nordirak. Am Freitag starteten irakische Regierungstruppen und kurdische Kämpfer eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Dschalaula im Nordosten von Bagdad. Der IS hatte die strategisch wichtige Stadt am 11. August eingenommen.

Auch die Region um die Hauptstadt Bagdad wurde am Freitag von Gewalt erschüttert. Bei einem Anschlag auf eine sunnitische Moschee nordöstlich von Bagdad wurden mindestens 32 Menschen getötet. Unklar blieb zunächst, ob die Attacke von schiitischen Milizionären verübt wurde oder ob die radikalsunnitischen IS-Extremisten hinter der Tat stecken. Der IS verfolgt neben den Schiiten auch moderate Sunniten.

Zu den Umständen des nach jüngsten US-Angaben im Juli gescheiterten Befreiungsversuchs des von IS-Kämpfern enthaupteten Journalisten James Foley machte Verteidigungsminister Hagel keine Angaben. Foley war im November 2012 in Syrien verschleppt worden. Nach Angaben des US-Nachrichtenportals "GlobalPost", für das der Reporter unter anderem arbeitete, verlangten die Entführer ein Lösegeld in Höhe von 100 Millionen Euro. Auf der Website wurde eine E-Mail an die Eltern Foleys veröffentlicht, in der die Dschihadisten damit drohten, die Geisel zu töten. Die Extremisten behaupten in dem Schreiben auch, dass andere Regierungen Lösegeldzahlungen akzeptiert hätten. Zudem boten sie demnach einen Gefangenenaustausch an. US-Außenamtssprecherin Marie Harf betonte jedoch, dass Washington grundsätzlich kein Lösegeld zahle.

Die Ermordung Foleys sorgte weltweit für Entsetzen. Am Donnerstag sprach Papst Franziskus den Eltern des getöteten Journalisten in einem Telefonat sein Beileid aus, wie ein der Familie nahestehender Pfarrer via Twitter mitteilte. In dem im Internet veröffentlichten Video von der Hinrichtung Foleys drohten die Islamisten auch mit der Ermordung einer weiteren US-Geisel, sollten die USA ihre Angriffe fortsetzen.

AFP/dpa

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