12.7.10 hochschule für politik in münchenfoto klaus haag gesp unt hochpol2
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Der bisherige Sitz der Hochschule für Politik an der Ludwigstraße.

Förderverein der Hochschule für Politik

AfD-Chef legt Amt nieder

Der bayerische AfD-Vorsitzende als Chef-Förderer einer Politik-Hochschule? Nach internen Protesten tritt Petr Bystron nun ab.

Der Wirbel um die Hochschule für Politik (HfP) könnte sich allmählich legen. Der AfD-Politiker Petr Bystron legt sein Amt als Vorsitzender des Fördervereins der kleinen Hochschule nach kräftigem internen Protest nieder. Der unabhängige Verein steuert nun auf Neuwahlen zu. Das geht aus E-Mails hervor, die unserer Zeitung vorliegen. 

Bystron war Anfang Dezember an die Spitze des Fördervereins („Gesellschaft der Freunde“) gewählt worden. An der Wahl gab es demokratisch nichts auszusetzen, allerdings dämmerte vielen Mitgliedern hinterher erst, dass Bystron Landesvorsitzender der rechtspopulistischen Partei ist. Seine Zusage, das Vereinsamt strikt überparteilich und an den Interessen der Studenten orientiert zu führen, dämpfte die Proteste kaum. Ein Teil der Studierenden distanzierte sich – unter anderem bei einer Diplomfeier – in aller Schärfe von ihm. 

Auch der Träger der kleinen und jüngst grundlegend reformierten HfP, die TU, reagierte mit Befremden. Von einem „Konfrontationskurs“ spricht die Vereinsführung. Die TU wolle bloß an das Geld und die Mitgliederdatei. Geld zumindest ist hinreichend vorhanden im Förderverein. Dem Vernehmen nach sind rund 50 000 Euro in der Kasse, die wegen der bis vor kurzem unklaren Zukunft der HfP nicht angetastet wurden. 

Bystron sagt, er wolle die angestrebte gute Zusammenarbeit zwischen Verein und Hochschulleitung nicht gefährden. „Trotz zahlreicher Aufforderungen“ auch aus der Professorenschaft, im Amt zu bleiben, halte er an dieser Entscheidung fest. Zeitnah solle es Neuwahlen geben.  Bystron hatte im Verein allerdings ohnehin zuletzt Gegenwind. Eine Grünen-Kreisrätin aus Weilheim hatte begonnen, Mitglieder anzuschreiben, um eine sofortige Versammlung zu Bystrons Sturz einzuberufen. 

Die Reform der HfP ist unterdessen auf der Zielgeraden. Reformrektor Wolfgang A. Herrmann – der TU-Chef – beruft derzeit die ersten eigenen HfP-Professoren. Jürgen Pfeffer (aus Pittsburgh) und Simon Hegelich (Siegen) sind bereits ernannt. -

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