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Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner soll vor seinem Tod einen Mann getötet haben.

Drama in Berliner Wohnung

Piraten-Politiker Brunner soll Mann getötet haben

Berlin - Der Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner, der am Montag tot aufgefunden wurde, soll vor seinem Tod einen anderen Mann missbraucht und ihn dann getötet haben.

Gerwald Claus-Brunner soll einen anderen Mann getötet und sich selbst das Leben genommen haben. „Stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper“ sei die Todesursache des anderen Mannes vor einigen Tagen gewesen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Die Leichen von Claus-Brunner und des zweiten Mannes waren am Montag in einer Wohnung in Berlin-Steglitz gefunden worden. Polizei und Staatsanwaltschaft schrieben in einer gemeinsamen Mitteilung, in der Wohnung habe sich ein „schauriges Bild“ geboten, das auf ein Tötungsdelikt hindeute. Eine Mordkommission ermittelt.

Die „Bild“-Zeitung und die „B.Z.“ hatten zuerst berichtet. Demnach soll Claus-Brunner sich das Leben mit einem Stromschlag genommen haben.

Bei den Piraten war am Montag ein Brief von Claus-Brunner angekommen, in dem es hieß, dass er bereits tot sein werde, wenn der Brief zugestellt wird. Parteimitglieder verständigten daraufhin die Polizei. Der Brief wurde der Kripo übergeben, wie der Piraten-Vorsitzende Bruno Kramm sagte. Die Piratenpartei hatte dann mitgeteilt, Claus-Brunner habe sich selbst getötet. Man habe gewusst, dass er unheilbar krank gewesen sei.

Die Obduktion habe ergeben, dass er sich selbst das Leben genommen habe, teilte die Polizei mit. Dagegen wurde der zweite Mann "einige Tage zuvor durch stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper getötet".

"Bei dem jüngeren Mann handelt es sich wohl um einen 27-Jährigen, der zuvor gegen den anderen Mann Stalking-Vorwürfe erhoben hatte", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Populärer Pirat mit Kopftuch und Latzhosen

Gerwald Claus-Brunner gehörte seit dem Jahr 2011 als Abgeordneter der Piratenfraktion dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Als die Internetthemen-Partei damals überraschend stark ins Stadtparlament einzog, gehörte Claus-Brunner zu ihren bekanntesten Gesichtern. Wegen seines Kopftuches und den Latzhosen aber auch wegen seiner Größe war Claus-Brunner eine einprägsame Erscheinung.

Die Piratenpartei hatte das Wirken des in Parteikreisen Faxe genannten Politikers in einer Mitteilung ausführlich gewürdigt. "Faxe war nie einfach und er hatte es auch nie leicht", hieß es in der Mitteilung. Aber er habe der Partei ein Gesicht gegeben. Weiter hieß es: "Leb wohl, Faxe! Wir werden dich vermissen."

Am 23. Juni hatte Claus-Brunner in seiner letzten Rede in der vorletzten Sitzung des Abgeordnetenhauses vor der Wahl eine Anspielung auf seinen bevorstehenden Tod gemacht: „Und ihr werdet auch in der laufenden Legislatur für mich am Anfang irgendeiner Plenarsitzung mal aufstehen dürfen und eine Minute stillschweigen.“

Die Berliner Polizei berichtete am Montag, in der Brunners Wohnung in der Hauptstadt seien zwei Leichen gefunden worden. 

dpa/afp

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