Pkw-Maut
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Ein Verkehrsschild weist die Autofahrer am 07.07.2014 an der Stadtautobahn in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) auf die Maut-Pflicht für die Passage des Warnowtunnels hin.

Landesverbände lehnen Konzept ab

CDU will Dobrindts Pkw-Maut nicht

Berlin - Verkehrsminister Dobrindt will die Pkw-Maut und einen „Systemwechsel“ auf deutschen Straßen. Doch die beiden größten CDU-Landesverbände wollen nicht mitziehen.

In der Union wächst der Widerstand gegen das Pkw-Maut-Konzept von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die beiden größten CDU-Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wollen die Pläne nicht mittragen - sie befürchten negative Auswirkungen auf die Grenzregionen. Dobrindt will ab 2016 eine Vignettenpflicht auf allen deutschen Straßen einführen. Unterm Strich sollen die Einnahmen nur von ausländischen Fahrern kommen, denn Bundesbürger werden über die Kfz-Steuer voll entlastet.

Der Landesvorsitzende von Baden-Württemberg, Thomas Strobl, sagte der „Bild am Sonntag“: „Eine Maut, die den kleinen Grenzverkehr erschwert oder gar unterbindet, wäre zum Nachteil für diese Regionen - vor allem für die Familien- und Handwerksbetriebe dort, für den Einzelhandel, für die Gastronomie, für unseren starken Mittelstand.“ Was Südbaden und dem Mittelstand schade, schade Baden-Württemberg, „und das können wir dann auch nicht mittragen.“

CDU-Bundesvize: "Wir wollen diese Total-Maut auf allen Straßen nicht"

NRW-Landeschef Armin Laschet sagte der Zeitung: „Wir stehen zum Koalitionsvertrag. Aber wir wollen diese Total-Maut auf allen Straßen nicht.“ Die Lebens- und Wirtschaftsräume in den Grenzregionen dürften nicht durch „Bürokratie, Wegelagerei und neue Grenzen“ zerstört werden. Der Chef der NRW-Landesgruppe der Unions-Bundestagsfraktion, Peter Hintze, sagte im „Spiegel“: „Der Verkehrsminister wäre gut beraten, einen Vorschlag vorzulegen, der sich im Rahmen des Koalitionsvertrags bewegt.“

„Von einem Wegezoll für alle deutschen Straßen, einer Quasi-Eintrittsgebühr an allen deutschen Grenzen, war nie die Rede“, fügte er hinzu. Die Landesgruppe will den Berichten zufolge bei einer Klausurtagung am Mittwoch einen Beschluss gegen das derzeitige Mautkonzept fassen.

Der Verkehrsminister wies die Bedenken zurück. „Ich befürchte nicht, dass es diese Auswirkungen gibt“, sagte Dobrindt dem Magazin „Focus“. Wenn Deutschland den Erhalt und Ausbau seines Straßennetzes sichern wolle, sei ein „Systemwechsel von einer Steuerfinanzierung unserer Straßen zu einer Nutzerfinanzierung“ nötig. „Denn nur das (...) beteiligt alle Nutzer daran, auch diejenigen, die bisher kostenlos unsere Straßen nutzen.“ Dass sein Konzept zu Debatten führe, habe er erwartet und sogar gewollt.

Hasselfeldt bezeichnet Befürchtungen als übertrieben

Die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt pflichtete dem Minister bei und nannte die Bedenken aus den Grenzregionen übertrieben. Der „Rheinischen Post“ (Samstag) sagte sie: „Wir Bayern haben eine ähnliche Situation in unseren Grenzgebieten zu Österreich, wo es ja die Vignette gibt, während deutsche Straßen derzeit frei befahrbar sind. Ich habe noch von niemandem gehört, dass er wegen der Vignetten-Pflicht in Österreich nicht dorthin fährt.“

dpa

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