Begleitet von Polizisten trägt eine Flüchtlingsfamilie ihre Habseligkeiten von einem Feld. Foto: Yannis Kolesidis
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Begleitet von Polizisten trägt eine Flüchtlingsfamilie ihre Habseligkeiten von einem Feld. Foto: Yannis Kolesidis
Das wilde Lager in Idomeni wird geräumt. Bis zuletzt hatten hier Flüchtlinge gehofft, ihre Reise gen Norden fortsetzen zu können. Foto: Yannis Kolesidis
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Das wilde Lager in Idomeni wird geräumt. Bis zuletzt hatten hier Flüchtlinge gehofft, ihre Reise gen Norden fortsetzen zu können. Foto: Yannis Kolesidis
Flüchtlinge und Polizisten im Flüchtlingslager von Idomeni. Foto: Kostas Tsironis/Archiv
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Flüchtlinge und Polizisten im Flüchtlingslager von Idomeni. Foto: Kostas Tsironis/Archiv
Flüchtlinge im Lager in Idomeni. Foto: Kostas Tsironis
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Flüchtlinge im Lager in Idomeni. Foto: Kostas Tsironis
Die Flüchtlinge sollen nun in Lager der Regierung gebracht werden. Insgesamt soll die Aktion mehrere Tage dauern. Foto: Yannis Kolesidis
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Die Flüchtlinge sollen nun in Lager der Regierung gebracht werden. Insgesamt soll die Aktion mehrere Tage dauern. Foto: Yannis Kolesidis
Bereitschaftspolizei hat das Gelände um das Lager weiträumig abgesperrt. Foto: Yannis Kolesidis
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Bereitschaftspolizei hat das Gelände um das Lager weiträumig abgesperrt. Foto: Yannis Kolesidis

Polizei beginnt mit Räumung des Camps von Idomeni

Die Lage in dem "Wilden Camp von Idomeni" am Grenzzaun zu Mazedonien hat sich zuletzt immer mehr verschlechtert. Der griechische Staat will unter das Kapitel nun einen Schlussstrich ziehen. Die Räumung beginnt ohne Gewalt.

Verfolgen Sie die Räumung des Camps in Idomeni in unserem News-Blog.

Athen/Idomeni (dpa) - Die griechischen Behörden haben mit der Räumung des wilden Flüchtlingslagers von Idomeni begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei sperrten das Lager am frühen Morgen weiträumig ab.

"Es werden bereits die ersten Zelte abgebaut. Alles läuft nach Plan", sagte der Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Aktion wird mehrere Tage dauern. Es wurde bislang keine Gewalt angewendet", sagte er weiter.

Die Evakuierung lief auch Medienberichten zufolge ruhig und ohne Gewaltanwendung an. Die Migranten, die seit Monaten unter für Menschen unwürdigen Zuständen vor dem mazedonischen Grenzzaun ausharren und auch eine wichtige Bahnlinie sperren, sollen in organisierte Auffanglager gebracht werden.

Das griechische Staatsfernsehen (ERT) zeigte am Morgen erste Videoaufnahmen aus dem Lager. Migranten und Flüchtlinge sammelten ihr Hab und Gut und stiegen in Busse ein, um in offizielle Lager gefahren zu werden. Ein ruhiges Bild ergab sich auch aus Fernsehaufnahmen, die von der mazedonischen Seite der Grenze aus gedreht wurden. Polizisten sprachen mit Migranten, Busse standen bereit. Die Sondereinheiten der griechischen Bereitschaftspolizei waren auf diesen Bildern nicht zu sehen. Erste Busse verließen Idomeni noch am Morgen. Reporter zählten zunächst neun Busse. Die Migranten winkten ihnen aus den Bussen zu.

Beim ersten Tageslicht war ein Hubschrauber der Polizei aufgestiegen. Er solle Bilder direkt in die Einsatzzentrale schicken, hieß es aus Polizeikreisen. "Wir dürfen nicht ins Lager. Ich sehe mehrere Busse der Bereitschaftspolizei, die in die Richtung des Lagers fahren", sagte ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort.

An der Aktion nehmen nach Berichten griechischer Medien rund 1400 Polizisten teil. Die Behörden begleiten mehrere Übersetzer, die den Menschen in der eigenen Sprache erklärten, sie müssen geordnet in Busse steigen, um anschließend in die Auffanglager im Landesinneren zu fahren, berichtete das Staatsradio unter Berufung auf die Polizei.  

Am Vortag hatten Augenzeugen dutzende Migranten beobachtet, die das Lager von Idomeni verließen, um sich offenbar in der Region zu verstecken. Aktivisten hatten sie über die bevorstehende Räumungsaktion informiert. Andere Migranten, in ihrer Mehrheit Familien, fuhren freiwillig in andere Lager. 

In Idomeni hatte sich nach der schrittweisen Schließung der Balkanroute im Februar und dem Bau eines Zauns seitens Mazedoniens ein wildes Lager gebildet. Bis zu 15 000 Menschen harrten im März in der Region aus. Sie hofften, dass die Balkanroute wieder aufgemacht wird, damit sie nach Mittel- und Nordeuropa weiterreisen können.

Medien berichteten von Drogenhandel und Prostitution in dem - wie sie es nannten - "Ghetto" von Idomeni. Zudem sperren radikalisierte Migranten die wichtige Eisenbahnverbindung Griechenlands nach Norden. Mehr als 300 Güterwaggons sind auf beiden Seiten der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien steckengeblieben. Die Importeure und Exporteure beklagen Verluste in Millionenhöhe.   

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