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Peter Schall, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Bayern.

Anschlag in Würzburg

Polizei-Gewerkschaft nach Todesschuss: „Das macht keiner leichtfertig“

München - Nach dem Anschlag eines 17-Jährigen Afghanen bei Würzburg wurde die Polizei für ihr Vorgehen gegen den Angreifer kritisiert. Nun äußert sich die Polizeigewerkschaft zu dem Vorfall.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die letztlich tödlichen Schüsse von Beamten auf den Zug-Angreifer von Würzburg verteidigt. Wenn ein Täter - so wie es in der Nacht offenbar der Fall gewesen sei - mit Axt und Messer bewaffnet Polizisten angreife, dann bleibe nur der Schusswaffengebrauch, sagte der bayerische GdP-Vorsitzende Peter Schall am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Zudem sei die Erstinformation noch gewesen, dass der 17-Jährige zuvor 15 Menschen in dem Zug teils lebensgefährlich verletzt habe. „Wenn ein Beamter in der Situation nicht schießen darf, dann kann er die Waffe gleich abgeben“, sagte Schall.

„Es ist immer bedauerlich, wenn ein Mensch zu Tode kommt“, betonte Schall. Für jeden Beamten sei das eine riesige Belastung. „Das macht keiner leichtfertig.“ Nun werde von der Staatsanwaltschaft geprüft, ob der Einsatz und der Schusswaffengebrauch rechtens gewesen seien.

Unter anderem hatte die Grünen Politikerin Renate Künast das Vorgehen der Polizei öffentlich in Frage gestellt.

Schall sagte, nach seinem derzeitigen Informationsstand sei der Einsatz in Ordnung gewesen. Pfefferspray scheide bei einer derart akuten Gefährdung der Beamten meist aus, weil es oft nicht gleich wirke oder Täter in Extremsituationen gar nicht darauf reagierten. Und auch für einen Warnschuss müsse man genügend Zeit haben. „Wenn es darum geht, Menschenleben zu retten oder einen gefährlichen Angriff abzuwehren, dann bleibt eben nur die Schusswaffe.“ Und bei einem Verteidigungsschuss habe man oft auch nicht lange Zeit, genau zu zielen, um tödliche Verletzungen beim Angreifer zu vermeiden. „Wenn das vermeidbar gewesen wäre, hätten es die Beamten sicher getan.“

In unserem Live-Ticker erfahren Sie die aktuellen Neuigkeiten zu dem Anschlag in Würzburg.

Amoklauf bei Würzburg: Bilder

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