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An den Protestplätzen in Hongkong hat die Polizei am Montagmorgen begonnen, die von den Demonstranten errichteten Barrikaden abzubauen.

Festnahmen in China

Widerstand gegen Demonstranten in Hongkong

Hongkong - Der Druck auf die prodemokratischen Demonstranten in Hongkong wächst. Aber die Unterstützung für die Blockade schwindet. Auf dem chinesischen Festland geht die Polizei gegen Sympathisanten vor.

Die Auseinandersetzungen zwischen prodemokratischen Demonstranten und Protestgegnern in Hongkong spitzen sich wieder zu. Am Montagmittag (Ortszeit) versuchten vermummte Männer, Absperrungen an einem wichtigen Lager der Demonstranten in der Innenstadt niederzureißen. Rund 100 Menschen unterstützten die Räumaktion mit Sprechchören: „Occupy Central ist illegal.“ Als die Polizei einschritt, zogen die Protestgegner ab. Die Aktivisten bauten die Absperrungen wieder auf.

Die Aktivisten befürchten weitere Angriffe auf ihre Lager in den kommenden Tagen. „Bevor die Polizei eingeschritten ist, hatten wir große Angst, dass bezahlte Gangster unser Lager zerstören wollen“, sagte die 29-jährige Demonstrantin Ian Yuen der Nachrichtenagentur dpa. Mehrere Demonstranten berichteten in Sozialen Netzwerken, sie seien von Maskierten leicht verletzt worden. Augenzeugen sagten, dass die Polizei einige der Männer festgenommen habe.

Vor mehr als einer Woche waren Demonstranten in Hongkong von Schlägern angegriffen worden. Die Polizei hatte danach bei den gewalttätigen Angreifern Beziehungen zu den Triaden aufgedeckt. Das sind mafiaähnliche Unterweltbanden.

Die Proteste in der heute weitgehend autonom regierten chinesischen Sonderverwaltungsregion hatten sich an Beschlüssen des Pekinger Volkskongresses entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Die Demonstranten fordern mehr Demokratie. Die Protestgegner beklagen die Behinderungen durch Straßenblockaden und stellen sich hinter die loyal zu Peking stehende Regierung.

Viele Ladenbesitzer in der Innenstadt verlieren an jedem Protesttag Geld, weil ihre Geschäfte geschlossen bleiben müssen oder Kunden nicht zu ihnen kommen können. Die Hongkonger Verwaltung teilte am Montag mit, die „illegale Versammlung auf den Straßen“ müsse aufhören, um die „schwerwiegenden Eingriffe in das tägliche Leben und die Arbeit“ zu stoppen. Zumindest zentrale Punkte der Stadt sollten geräumt werden.

Auf dem chinesischen Festland berichteten Aktivisten, dass die Polizei dort verstärkt gegen Unterstützer der Protestbewegung in Hongkong vorgehe. Allein in der Hauptstadt Peking sind nach Angaben von Bürgerrechtlern rund 50 Personen festgenommen worden. „Die Festnahmen sind ein Hinweis auf eine neue Festnahmewelle“, sagte die Forscherin Maya Wang von Human Rights Watch aus Hongkong.

Das Berliner China-Institut Merics prognostizierte: „In Folge der Demonstrationen ist anzunehmen, dass die chinesische Regierung alle aktiven Protestunterstützer systematisch erfassen und direkt oder indirekt bestrafen bzw. unter Druck setzen wird.“ Peking werde sich bemühen, besonders Schulen, Universitäten, Medien und Nichtregierungsorganisationen zu unterwandern. „Auch westliche Institutionen könnten verstärkt in das Visier geraten.“

dpa

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