Um bis zu 40 Prozent

Preise bei Neuvermietungen dramatisch gestiegen

München - Die Preise bei Neuvermietungen sind einer Erhebung zufolge hierzulande in den vergangenen fünf Jahren dramatisch gestiegen. Vor allem in bislang günstigen Städten ist das Wohnen teurer geworden.

Wohnen zur Miete ist einer Studie zufolge in den vergangenen fünf Jahren vor allem in Wolfsburg und Berlin deutlich teurer geworden. Demnach stiegen beispielsweise die durchschnittlichen Kaltmieten bei Neuvermietungen in Wolfsburg um 40,7 Prozent. Das ergab eine Studie des Internetportals „Immobilienscout24“, die der „Bild am Sonntag“ („BamS“) vorab vorlag. In Berlin stiegen die Preise durchschnittlich um 30,8 Prozent, in Ingolstadt waren es 28,9 und in Kassel 28,8 Prozent.

Dies sind aber alles Städte, in denen das Wohnen auf Miete bislang vergleichsweise recht günstig war. So kostete der Quadratmeter laut „BamS“ in Wolfsburg durchschnittlich kalt 8,20 Euro und in Berlin 7,70 Euro. Preise, von denen Münchener nur träumen können. Dort war der Anstieg mit 16,3 Prozent zwar nicht besonders stark, der Quadratmeterpreis aber mit gut 13 Euro am höchsten. Zweistellig zahlten Miete auch in Frankfurt/Main

„Die Mieten steigen vor allem in attraktiven oder wirtschaftsstarken Städten, wo die Preise über Jahre noch moderat waren“, sagte der Chefanalyst der Online-Plattform, Michael Kiefer, der „BamS“. Das treffe etwa auf Automobilstandorte wie Wolfsburg und Ingolstadt zu.

Der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, pochte angesichts der Steigerungen laut „BamS“ auf eine möglichst schnelle Einführung der Mietpreisbremse. Ab 2015 soll die Miete in angespannten Märkten nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Beträgt die Vergleichsmiete also sechs Euro, dürfen nur noch höchstens 6,60 Euro je Quadratmeter verlangt werden.

„Immobilienscout24“ wertete für die Studie mehr als zwei Millionen Datensätze aus. Demnach stiegen die Durchschnitts-Mieten am geringsten in Nordrhein-Westfalen - beispielsweise in Wuppertal sei das Wohnen nur 4 Prozent teurer geworden, in Hagen seien es 4,3 Prozent gewesen.

Bereits vor mehreren Monaten hatte auch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Zahlen zum deutschen Wohnungs- und Mietmarkt herausgegeben. Demnach stiegen die Quadratmeterpreise bundesweit 2013 um 3,5 Prozent auf gut 6,80 Euro. In Berlin stiegen die Mieten demnach von 2008 bis 2013 um 36,5 Prozent.

Der Deutsche Mieterbund (DMB) wertete die Entwicklung als Beleg für die Notwendigkeit der Mietpreisbremse, die nach dem Willen der großen Koalition ab dem kommenden Frühjahr greifen soll. "Die Wohnungsmärkte sind in vielen Städten aus den Fugen geraten", sagte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips der "Bild am Sonntag". Der Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund, Rolf Kornemann, sieht hingegen den Höhepunkt der Mietsteigerungen erreicht. "Für 2014 lassen die jüngsten Zahlen real sinkende Mieten auch in den Ballungszentren wie etwa Hamburg erwarten", sagte er der Zeitung.

dpa

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