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Die Anhänger der Linken in Griechenland, Die Oppositionspartei hat die Wahl eindeutig gewonnen.

Konservative nur bei 25 Prozent

Deutlicher Wahlsieg der Linken in Griechenland

Athen - Das Linksbündnis Syriza hat Hochrechnungen zufolge die Parlamentswahl in Griechenland am Sonntag mit klarem Vorsprung gewonnen. Die Partei kommt demnach auf 36,5 Prozent der Stimmen.

Die bislang regierenden Konservativen liegen bei 27,7 Prozent.

Dahinter liegt die rechtsradikale Goldene Morgenröte mit 6,3 Prozent. Die proeuropäische Partei der politischen Mitte, To Potami (Der Fluss), kommt demnach auf 5,9 Prozent. Die bislang mitregierenden Sozialisten landen mit großen Verlusten bei 4,8 Prozent.

Es ist ein historischer Moment in Griechenland. Erstmals in der Geschichte des Landes hat die Linke eine Parlamentswahl gewonnen. Allen Prognosen zufolge wird das Bündnis der radikalen Linken (Syriza) von Alexis Tsipras künftig das Sagen in dem von der Pleite bedrohten Krisenstaat haben. Doch es gibt eine ganze Reihe offener Fragen.

Schon wenige Minuten nach Veröffentlichung der ersten belastbaren Zahlen versammelten sich Tausende Syriza-Anhänger in der Athener Innenstadt und feierten den lang ersehnten Sieg. Zahlreiche Autokorsos zogen durch die Hauptstadt. Auch in anderen Teilen des Landes gab es spontane Feiern. Den Prognosen zufolge war die absolute Mehrheit der Mandate im neuen Parlament für Syriza in greifbarer Nähe.

Doch zugleich scheint Griechenland politisch gespalten wie selten zuvor. Die neu gegründete pro-europäische Partei der politischen Mitte, To Potami (Der Fluss), schnitt mit etwa sieben Prozent gut ab, aber auch die faschistische Goldene Morgenröte konnte deutlich mehr als die für den Einzug ins Parlament benötigten drei Prozent der Stimmen sammeln. Den Wahlkampf hatte deren Parteiführung aus dem Gefängnis heraus geführt. Zahlreiche Funktionäre sitzen wegen Bildung einer kriminellen Organisation in Untersuchungshaft.

Auch Kommunisten, Sozialisten und Rechtspopulisten schafften den Prognosen zufolge den Sprung ins Parlament.

In ersten Analysen hieß es, viele Griechen hätten die Lasten der in Friedenszeiten beispiellosen Sparmaßnahmen nicht mehr ertragen können. Hoffnung machte da das Linksbündnis, das ein Ende der drastischen Einschnitte versprach. In den vergangenen fünf Jahren mussten die Menschen in Griechenland im Durchschnitt Einkommenseinbußen von 30 Prozent verkraften.

Die frühere sozialistische Außenminister Theodoros Pangalos sagte dem Fernsehsender Mega, bisherige Wähler der Sozialisten seien in Scharen zu Syriza abgewandert. Die frühere Volkspartei „Pasok“ steht damit vor dem Niedergang.

Für Tsipras beginnt damit nun schon der Ernst des politischen Lebens. Er hatte den Menschen viel versprochen: Niedrigrenten sollen angehoben werden, und eine Krankenversicherung für alle soll es geben. Zudem will er ein Ende der Privatisierungen. Vor allem aber kündigte der 40-Jährige im Wahlkampf an, mit den internationalen Geldgebern eine Lösung für den gewaltigen Schuldenberg des Landes aushandeln zu wollen. Mit diesen Forderungen dürfte Tsipras im Ausland auf wenig Verständnis stoßen.

Linke feiert: Reaktionen nach der Griechenland-Wahl

Unabhängig davon braucht Griechenland jedoch so schnell wie möglich eine handlungsfähige Regierung. Denn dem Staat läuft die Zeit davon. Bis Ende Februar muss eine neue Vereinbarung mit den internationalen Geldgebern ausgehandelt werden, denn dann laufen die Hilfszahlungen aus. Ohne weitere Kredite wäre das Land wohl schon bald zahlungsunfähig.

dpa

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