Nach dem Mord an der prominenten Umweltschützerin kam es auch im benachbarten Guatemala zu öffentlichen Protesten. Foto: Esteban Biba
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Nach dem Mord an der prominenten Umweltschützerin kam es auch im benachbarten Guatemala zu öffentlichen Protesten. 

Sie kämpfte für Indios und gegen Großkonzerne

Prominente Umweltschützerin von Unbekannten getötet

Tegucigalpa - Berta Cáceres bot der Regierung von Honduras und Großkonzernen die Stirn. Immer wieder wurde die Umweltaktivistin bedroht. Jetzt musste sie ihren unerschrockenen Einsatz mit dem Leben bezahlen.

Die bekannte honduranische Umweltschützerin und Indio-Aktivistin Berta Cáceres ist von Unbekannten getötet worden. Cáceres hatte sich seit Jahren für die Rechte der Lenca-Indianer eingesetzt und kämpfte gegen den Bau von Staudämmen und Bergwerken in deren Siedlungsgebieten.

Die Täter drangen am frühen Donnerstagmorgen in ihr Haus in der Stadt La Esperanza im Westen des mittelamerikanischen Landes ein und erschossen die Koordinatorin des Rats der indigenen Völker Honduras, wie die Polizei mitteilte.

Mit ihrer Graswurzelbewegung gelang es ihr, den weltweit größten Dammbauer Sinohydro und die Weltbank zum Ausstieg aus dem Projekt zum Bau des Staudamms Agua Zarca am Fluss Gualcarque zu zwingen. Im vergangenen Jahr war sie mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden.

Wegen ihres Engagements war sie immer wieder bedroht worden. "Berta hat Tausende Drohungen erhalten", sagte ihr Bruder Gustavo. "Sie war nie bewaffnet. Ihr Waffe war ihre Stimme."

Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wäre das Attentat zu verhindern gewesen. "Der feige Mord an Berta war eine angekündigte Tragödie", sagte die Regionaldirektorin Erika Guevara Rosas. "Über Jahre hinweg war Berta das Opfer einer Einschüchterungskampagne, um sie daran zu hindern, die Rechte der indigenen Gemeinschaften zu verteidigen."

Präsident Juan Orlando Hernández verurteilte den Mord: "Die Tat ist ein Angriff auf Honduras." Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, nannte die Tat ein fürchterliches Verbrechen und einen Schlag gegen die Menschenrechte.

Die Nichtregierungsorganisation Global Witness rief die Behörden zum Handeln auf. "Indigene werden häufig getötet, weil sie einfach nur ihr Land verteidigen. Der honduranische Staat muss Bertas Mörder finden und ihre Familie und Kollegen schützen", sagte Sprecher Billy Kyte.

"Die Polizei war dafür verantwortlich, sie zu schützen", sagte Cáceres' Bruder Gustavo im Fernsehen. "Ihr Tod hätte verhindert werden können." Nach Angaben von Sicherheitsminister Julian Pacheco hatte Cáceres Personenschutz abgelehnt. Vor ihrem Haus sei lediglich eine Polizeistreife stationiert worden. Allerdings habe sie offenbar zuletzt den Wohnsitz gewechselt, ohne die Behörden zu informieren.

dpa

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