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WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn verteidigt sich für das ARD-Interview mit Russlands Präsident Wladimir Putin.

ARD-Reporter verteidigt sich

Putin-Interview: Schönenborn fand's ganz gut

München - Zahlreiche Medien kritisieren, wie arg WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn im TV-Interview von Russlands Präsident Wladimir Putin zusammengefaltet wurde - doch er selbst fand's eigentlich ganz okay!

Die Pressestimmen waren teils verheerend: "Putin knackt WDR-Mann im TV-Interview", schrieb die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." über Schönenborns Interview. "Russlands Präsident führt WDR-Chefredakteur im TV vor", befand das Medien-Branchenportal "Meedia". Und die "Süddeutsche Zeitung" urteilte über Putins Auftreten: "Im ARD-Interview teilt er kräftig aus - und düpiert Interviewer Jörg Schönenborn."

Im Interview mit der "Rheinischen Post" hat der WDR-Chefredakteur am Donnerstag der massiven Kritik in deutschen und österreichischen Medien an seinem Interview mit dem russischen Staatschef widersprochen. Er selbst fand es gar nicht mal so schlecht. Seine vorab festgelegte Strategie gegenüber dem aggressiv auftretenden Kreml-Chef sei aufgegangen: "Stoisch gelassen bleiben und in aller Ruhe die nächste Frage stellen."

Putin und Merkel auf Hannover-Messe

Putin und Merkel auf Hannover-Messe

Mit seinem passiven Auftreten habe Schönenborn dem Zuschauer doch die Möglichkeit gegeben, Putin dabei zuzusehen erleben, wie dieser sich blamierte. "Er hat sich meinen Fragen gestellt. Die waren deutlich kritischer, als er das aus vielen Interviews gewohnt ist. Aber er ist natürlich auch Antworten schuldig geblieben. Ein Teil des Interviews hätte daher auch heißen können: 'Putin weicht aus'."

Und überhaupt: Von Zuschauerseite hat Schönenborn nach eigenem Bekunden doch recht viel Lob für das passive Entlarvungs-Interview bekommen. "Die große Mehrheit der Zuschauer, die am Freitag nach der Sendung reagiert haben, hat genau das gelobt und hat ein Psychogramm eines aggressiven Präsidenten gesehen. Ein kleiner Teil sieht das anders, aber das ist vermutlich das Risiko, das man bei einem so ungewöhnlichen Gespräch eingeht." 

Freilich, so räumt der WDR-Chefredakteur ein, wäre es die bessere Lösung gewesen, wenn ARD-Moskau-Korrespondentin Ina Ruck das Putin-Interview geführt hätte. Nur hätte das Kreml-Presseamt auf dem obersten WDR-Journalisten bestanden - was für den Sender aber auch keine unzumutbare Bedingung gewesen sei. "Das ist ja auch in westlichen Demokratien nicht unüblich. Deshalb haben wir uns darauf eingelassen."

Das komplette Putin-Interview.

fro

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