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Wladimir Putin

Ukraine-Krise

Putin: Krim-Operation war Reaktion auf "Nationalismus"

Moskau - Kremlchef Wladimir Putin hat Vorwürfe zurückgewiesen, das Einverleiben der Halbinsel Krim von langer Hand geplant zu haben.

Ein Jahr nach dem umstrittenen Krim-Referendum hat Kremlchef Wladimir Putin Vorwürfe des Westens zurückgewiesen, Russland habe das Einverleiben der Halbinsel von langer Hand geplant. „Wir dachten niemals an die Abspaltung der Krim von der Ukraine“, sagte er in der am Sonntag ausgestrahlten Sendung „Krim - Der Weg zurück zur Heimat“ des Staatsfernsehens. Bei den prowestlichen Protesten in der Ukraine sei aber „extremer Nationalismus“ sichtbar geworden. „Erst dann, das will ich betonen, entstand der Gedanke, dass wir die Menschen in dieser Situation nicht alleinlassen können.“

Während des Konflikts sei die Krim eine „Festung“ gewesen, sagte Putin. Die etwa 20 000 Angehörigen der dort stationierten russischen Schwarzmeerflotte seien mobilgemacht worden, zudem hätten sich Dutzende Flugabwehrraketenkomplexe und andere schwere Waffen dort befunden. Russland habe aber keine „zusätzlichen Kontingente“ eingeflogen. Die Soldaten hätten auch keinen Kampfauftrag gehabt.

Er sei sich jedoch in den Gesprächen mit westlichen Politikern unsicher gewesen, ob diese nicht doch militärisch eingreifen. „Nein, natürlich. Das konnte nicht klar sein“, meinte Putin. Auf dem Höhepunkt der Krise habe er deswegen nicht ausschließen können, das Nukleararsenal der Atommacht notfalls in Bereitschaft zu versetzen.

Am 16. März 2014 fand auf der Krim ein von der Zentralregierung in Kiew als verfassungswidrig kritisiertes Referendum über den Beitritt der Halbinsel zu Russland statt. Am Jahrestag der Abstimmung ist an diesem Montag der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zu Gesprächen in Berlin. Bereits am Sonntag besuchte Poroschenko in Dresden verletzte ukrainische Soldaten, die dort behandelt werden.

In der Ostukraine kämpfen einem Zeitungsbericht zufolge mehr als 100 Deutsche aufseiten der prorussischen Separatisten. Es handele sich meist um Russlanddeutsche, viele seien ehemalige Bundeswehrsoldaten, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrej Melnik, habe im Innenministerium und Auswärtigen Amt die Forderung vorgetragen, dafür zu sorgen, dass Deutsche nicht „in Richtung Osten ziehen und am Morden und Töten teilnehmen“, wie er der Zeitung sagte.

Poroschenko zufolge unterzeichnete die Ukraine bisher mit elf EU-Mitgliedern Verträge über Waffenlieferungen. Die Namen der Länder nannte er in einem TV-Interview aber nicht. Die Entscheidung der USA, Drohnen und gepanzerte Fahrzeuge zu liefern, bezeichnete er als „richtungsweisend“. Die Aufständischen kritisierten dies scharf. „Poroschenko spricht von Frieden und kauft gleichzeitig Waffen - das ist doppelzüngig“, sagte Separatistenführer Igor Plotnizki.

Die ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko durfte unterdessen in Moskauer Untersuchungshaft erstmals Besuch von ukrainischen Ärzten erhalten. Die Spezialisten hätten festgestellt, dass die 33-Jährige nach Beendigung ihres knapp dreimonatigen Hungerstreiks noch stark geschwächt sei, sagte ihr Anwalt Nikolai Polosow. Sawtschenko war im Juni von prorussischen Separatisten in der Ostukraine gefangen genommen und über die Grenze nach Russland gebracht worden. Die Justiz in Moskau wirft ihr vor, in die Tötung zweier russischer Journalisten im Konfliktgebiet Donbass verwickelt zu sein.

dpa

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