Wladimir Putin 
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Kremlchef Wladimir Putin zeigt sich zum Tag des Sieges demonstrativ auch auf der Krim. 

Demonstrativer Auftritt 

Putin nimmt Militärparade auf der Krim ab

Sewastopol - Ungeachtet von Kritik aus dem Westen hat Kremlchef Wladimir Putin demonstrativ am wichtigsten russischen Feiertag die Krim besucht.

Auf der abtrünnigen ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel nahm der russische Präsident zum 69. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg eine Militärparade ab. Mit dem - international nicht anerkannten - Anschluss der Krim an Russland sei die „historische Wahrheit“ wiederhergestellt, sagte Putin am Freitag in einer kurzen Ansprache im Hafen von Sewastopol. Der Besuch Putins mitten in der schweren Ukraine-Krise gilt als Machtdemonstration gegenüber Kiew und dem Westen.

„Vor uns liegt noch viel Arbeit, aber mit Ihrer Hilfe werden wir alle Schwierigkeiten überwinden, weil wir zusammen sind, und das bedeutet, dass wir noch stärker sind“, betonte Putin. Den Konflikt in der Ukraine erwähnte er nicht. Das Staatsfernsehen übertrug die Zeremonie live. An der Waffenschau nahmen zehn Kriegsschiffe teil, darunter der Raketenkreuzer „Moskwa“ als Flaggschiff der Schwarzmeerflotte und das 1926 in Bremerhaven gebaute Segelschulschiff „Krusenstern“. Zudem donnerten 70 Kampfflugzeuge und Hubschrauber über den Hafen.

Kritik vom Westen und der Ukraine

Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk verurteilte den vorab nicht angekündigten Besuch als „Provokation“. Auch westliche Politiker kritisierten die Visite scharf. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Asmussen nannte den Besuch „unangemessen“. Die Krim sei nach internationalem Recht weiterhin ukrainisches Gebiet, und die Führung in Kiew habe Putin nicht eingeladen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die erste große Militärparade in Sewastopol seit mehr als 20 Jahren bereits im Vorfeld kritisiert. „Ich finde es schade, wenn ein solcher Tag genutzt wird, um in einem solchen Spannungsfeld eine solche Parade abzuhalten“, hatte Merkel gesagt.

Der Chef des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, Elmar Brok (CDU), wertete Putins Teilnahme als Zeichen der Destabilisierung. Der Kremlchef ermutige damit die Separatisten in der Ostukraine, sagte Brok in Berlin der dpa. In den ostukrainischen Gebieten Donezk und Lugansk planen prorussische Kräfte an diesem Sonntag ein Referendum über die Abspaltung von Kiew.

Fotos: Machtdemonstration mitten in der Krise

Fotos: Machtdemonstration mitten in der Krise

Es handelt sich um Putins ersten Besuch auf der Krim seit dem international nicht anerkannten Anschluss. In Sewastopol war am Vormittag bereits eine Militärparade abgehalten worden. Am Abend war ein Galakonzert geplant. Die Stadt begeht zeitgleich zum 69. Jubiläum des Kriegsendes auch den 70. Jahrestag der Befreiung. Sowjetische Truppen hatten Sewastopol am 9. Mai 1944 von der deutschen Wehrmacht zurückerobert.

Putin würdigte den Einsatz der Bevölkerung in der Hafenstadt während des Zweiten Weltkriegs. „Selbst als unsere Truppen vorübergehend die Stadt verlassen hatten, hat Sewastopol nicht kapituliert“, sagte er. „Das Beispiel Sewastopol hat der Welt gezeigt: Wo Menschen zum Kampf um ihr Land entschlossen sind, um ihre Würde und ihre Freiheit, kommt der Feind nicht durch.“

Die Bevölkerung der Krim und der Stadt Sewastopol hatte am 16. März in einem umstrittenen Referendum für einen Beitritt zu Russland gestimmt. Daraufhin unterzeichnete Putin am 18. März den Vertrag über die Aufnahme der Gebiete.

dpa

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