+
Zur Münchener Sicherheitskonferenz Mitte Februar will Putin nicht kommen.

"Alle sind Russland feindlich gesonnen"

Putin nennt EU-Sanktionen gegen Moskau töricht

Berlin/Sotschi - Kein Zeichen des Einlenkens von Wladimir Putin: In einem Interview kritisiert er die EU, die Nato, die USA. Alle seien Russland feindlich gesonnen.

Putin meint: "Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland ist gerecht."

Russlands Präsident Wladimir Putin vermutet hinter den Sanktionen gegen sein Land wegen des Ukraine-Konflikts geopolitisches Kalkül.

"Die Sanktionen des Westens sollen nicht der Ukraine helfen, sondern Russland geopolitisch zurückdrängen", sagte Putin der "Bild"-Zeitung (Montag) in einem Interview.

Die Strafmaßnahmen seien töricht und schadeten beiden Seiten. Russland habe dadurch Probleme, sich international Geld zu beschaffen. "Größerer Schaden entsteht derzeit jedoch durch den Verfall der Energiepreise", sagte der Kremlchef der Zeitung in seiner südrussischen Residenz in Sotschi.

Zur Münchener Sicherheitskonferenz Mitte Februar werde er nicht kommen. Zugleich warb Putin für Kooperation: "Wir sollten weltweit viel enger zusammen stehen im Kampf gegen den Terror, der eine große Herausforderung ist." Wegen der Konflikte zwischen Moskau und dem Westen hatten die Organisatoren der Konferenz gehofft, bei dem informellen Treffen wieder mit Putin sprechen zu können.

Der russische Präsident erneuerte Vorwürfe, die er 2007 bei einer Rede in München erhoben hatte: Die Nato habe mit der Ausdehnung nach Osten gegen Absprachen verstoßen. "Die NATO und die USA wollten den vollen Sieg über die Sowjetunion", sagte er der "Bild". Er ließ das Argument nicht gelten, dass Polen und andere Staaten in die Nato wollten. Das westliche Bündnis hätte sie nicht aufnehmen sollen, sagte er.

Die Europäische Union und die USA hatten die Sanktionen 2014 wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der russischen Hilfe für die Separatisten in der Ostukraine verhängt. Kritik an seinem Vorgehen wies Putin zurück: "Ich sage Ihnen: Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland ist gerecht." Sein Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte er "professionell und offen".

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundespräsidentenwahl in Österreich: Hochrechnungen und Ergebnis im Live-Ticker

Wien - Norbert Hofer oder Alexander Van der Bellen: Wer gewinnt die Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich? Zum Live-Ticker mit Hochrechnungen und Ergebnis.
Bundespräsidentenwahl in Österreich: Hochrechnungen und Ergebnis im Live-Ticker

Norbert Hofer: Gewinnt der FPÖ-Kandidat die Wahl 2016 in Österreich?

München - Norbert Hofer kann heute in der Stichwahl Bundespräsident von Österreich werden. Gewinnt er die Wahl im zweiten Anlauf? Ein Porträt des FDP-Kandidaten.
Norbert Hofer: Gewinnt der FPÖ-Kandidat die Wahl 2016 in Österreich?

Bause sieht keine Mehrheit für Rot-Grün im Bund

München - Grüne und Union sind aus Sicht von Bayerns Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause besser für eine mögliche Koalition im Bund gewappnet als bei der vergangenen …
Bause sieht keine Mehrheit für Rot-Grün im Bund

Santiago de Cuba nimmt Abschied von Fidel Castro

Nach einer Reise von rund 1000 Kilometern über die ganze Karibikinsel ist die Urne des Ex-Präsidenten angekommen. Am Sonntag soll die Beisetzung in Santiago de Cuba …
Santiago de Cuba nimmt Abschied von Fidel Castro

Kommentare