Ärger für italienisches Gesundheitsministerium

Rassismusvorwurf: Fruchtbarkeits-Broschüre zurückgezogen

Rom - Die Fruchtbarkeitskampagne, mit der die italienische Regierung die Menschen zum Kinder kriegen überzeugen will, stößt auf heftige Entrüstung.

Eine Broschüre zum Thema „Fertility Day“ wurde im Internet als „rassistisch“ kritisiert. Das Gesundheitsministerium zog die Broschüre daraufhin am Mittwochabend zurück und löschte die entsprechende Seite auf seiner Webseite. Italien hat eine der niedrigsten Geburtenquoten in Europa.

Auf dem Titel der Broschüre ist zu sehen, welche Dinge gut und schlecht für die Fruchtbarkeit sind. Unter dem Kapitel „gute“ Angewohnheiten sieht man zwei weiße Pärchen am Meer. Für die „schlechten“ wurden ein Dunkelhäutiger und ein Mensch mit Rastalocken beim Drogenkonsum abgelichtet. Facebook-Nutzer kritisierten das als Rassismus.

Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin versucht seit Langem, ihre Landsleute zum Kinderkriegen zu bewegen. Mit einer vorherigen Fotokampagne hatte sie allerdings auch kein Glück. Das Foto zeigte eine Frau mitsamt einer ablaufenden Eieruhr. Viele kritisierten, dass dies Frauen die Schuld daran gebe, nicht schwanger zu werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zwei Explosionen erschüttern Istanbul

Istanbul - In der Innenstadt von Istanbul hat es kurz nach dem Ende eines Fußballspiels zwei Explosionen gegeben. Mindestens 20 Menschen wurden nach offiziellen Angaben …
Zwei Explosionen erschüttern Istanbul

Italiens Präsident will Regierungskrise rasch lösen

Schnell will Staatspräsident Sergio Mattarella eine Lösung der Regierungskrise vorlegen - wann genau ist unklar. Der neuen Führung des hoch verschuldeten Landes könnte …
Italiens Präsident will Regierungskrise rasch lösen

Österreich will EU-Beitrittsgespräche mit Türkei blockieren

Wien - Die EU-Kommission hat die Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei empfohlen. Doch anders als Deutschland will Österreich ein Veto einlegen.
Österreich will EU-Beitrittsgespräche mit Türkei blockieren

IS marschiert erneut in Palmyra ein

Damaskus - Schon einmal beherrschte der IS die historische Oasenstadt Palmyra. Damals sprengten die Extremisten einzigartige Kulturgüter. Die Region ist auch wichtig für …
IS marschiert erneut in Palmyra ein

Kommentare