Sozialministerium

Noch in diesem Jahr: Mehr Geld für Rentner

Berlin - Es geht nach oben bei der Rente - dank Rekordbeschäftigung und steigender Löhne. Im Westen fällt das Plus sogar kräftiger aus als vergangenes Jahr. Doch längerfristig steht die Rente vor Problemen.

Die gut 20,5 Millionen Rentner bekommen ab 1. Juli spürbar höhere Bezüge. In Westdeutschland steigt die Rente um 2,1 Prozent, im Osten um 2,5 Prozent. Das gab das Bundessozialministerium am Freitag in Berlin bekannt.

Das führt bei einer Monatsrente von 900 Euro zu einem Aufschlag von brutto 18,90 Euro im Westen und 22,50 Euro im Osten. Die Erhöhungen sind somit etwas kräftiger als von der Deutschen Rentenversicherung im November prognostiziert. Sie werden auch nicht durch die Inflation aufgefressen, diese Rate betrug zuletzt minus 0,1 Prozent.

Basis der Rentenanpassung ist die Entwicklung der Löhne. Die statistisch zu Buche schlagende Lohnsteigerung beträgt 2,08 Prozent in den alten Ländern und 2,5 Prozent in den neuen Ländern.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) sagte: „Für die über 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner ist die diesjährige Rentenanpassung eine gute Nachricht. Auch sie profitieren von der guten wirtschaftlichen Lage.“ Im vergangenen Jahr waren die Renten im Westen um 1,67 Prozent und im Osten um 2,53 Prozent gestiegen.

Der Rentenwert - quasi die monatliche Rente für ein Jahr Beschäftigung mit Durchschnittsentgelt - steigt von 28,61 auf 29,21 Euro im Westen, im Osten von 26,39 Euro auf 27,05 Euro.

Ohne einen einmaligen statistischen Effekt würden die Renten noch stärker steigen. Doch in diesem Jahr sind die offiziellen Rentenexperten bei ihrer Berechnung von einem niedrigen Lohndurchschnitt ausgegangen. Das liegt daran, dass das Statistische Bundesamt eine einschlägige Beschäftigungsstatistik umgestellt und dabei mehr Geringverdiener eingerechnet hatte. Dieser Effekt soll 2016 wieder ausgeglichen werden.

Bei der Berechnung der Erhöhung spielt auch die Entwicklung des Verhältnisses von Beitragszahlern und Rentnern eine Rolle. Dieser sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor wirkt sich in diesem Jahr nur minimal aus. Unterm Strich bleibt also die Lohnentwicklung der Grund für das Rentenplus, gerechnet wird für die neuen und alten Länder getrennt.

Nahles meinte, die junge Generation der Beitragszahler werde nicht überfordert. Am 1. Januar sank der Beitragssatz wegen der aktuell hohen Reserve der Rentenkasse um 0,2 Punkte auf 18,7 Prozent.

Auch die Entwicklung des Beitragssatzes wirkt sich auf die Rentenhöhe aus. In diesem Jahr gibt es hier aber keinen Effekt, da der Beitragssatz im nun maßgeblichen Zeitraum 2013/2014 unverändert bei 18,9 Prozent geblieben war. Die Koalition hatte zum Start der Legislaturperiode 2013 auf eine damals mögliche Beitragssatzsenkung um 0,6 Punkte verzichtet. Es sollten Spielräume bleiben, um das Rentenpaket mit Mütterrente und abschlagsfreier Rente mit 63 zu finanzieren.

Kritiker werfen der Regierung vor, mit ihrem Rentenkurs auf kurz- und mittelfristige Verbesserungen für viele Rentner zu setzen, aber keine längerfristige Stabilisierung der Rentenfinanzen anzugehen. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, zeigte sich in Sorge wegen des sinkenden Rentenniveaus - also des geringer werdenden Verhältnisses vom Renten- zum Arbeitseinkommen. Laut politischer Festlegung soll es bis 2030 nicht unter 43 Prozent fallen. Bisher ist es bereits unter 50 Prozent gesunken.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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