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Angela Merkel bei ihrem Besuch in der Türkei: Die Kanzlerin hat wegen ihrer Flüchtlingspolitik an Rückhalt verloren.

Mögliche Nachfolge-Kandidaten

Merkel-Rücktritt wegen Flüchtlingen? Wer Kanzler werden könnte

München - Wird die Flüchtlingskrise der Anfang vom Ende Angela Merkels als Kanzlerin? Ein Drittel der Deutschen wünschen deshalb ihren Rücktritt. Nachfolge-Kandidaten? Es gibt mehrere.

Update vom 13. Februar 2016 : Angela Merkel steht unter großem Druck. FDP-Chef Christian Lindner forderte von der Kanzlerin, dass sie die Vertrauensfrage im Bundestag stellen müsse. Vor dem EU-Gipfel, stellt sich die Frage, wer gegen und wer noch für Merkel ist. Wir haben Merkels Gegner und Unterstützer skizziert.

Update vom 11. Februar 2016: Sie reißt nicht ab: Die Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel. Die CSU erwägt möglicherweise einen Verfassungsklage. Jüngstes Gerücht: CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber soll ein Komplott gegen die Kanzlerin schmieden. Stoiber weist einen entsprechenden Bericht zurück. 

Update vom 11. Januar 2016: Die Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird auch außerhalb Europas immer lauter: Nach den Sex-Attacken von Köln fordert ein Kolumnist der "New York Times" den Rücktritt der Kanzlerin. Sie habe in der Flüchtlings-Krise komplett versagt.

Seit dem 22. November 2005 ist Merkel nun schon Bundeskanzlerin. Bis vor kurzem war ein Rücktritt der gefühlt ewigen Regierungschefin kaum denkbar - auch nicht für Horst Seehofer. "Wenn wir die Wahl gewinnen wollen, dann nur mit ihr als Kandidatin", sagte der CSU-Chef noch Mitte Juli. Jetzt gehört er zu Merkels ständigen Kritikern - und es scheint, als säge bereits an ihrem Stuhl. Seehofer könnte bei einem Rücktritt von Merkel eine Schlüsselrolle zufallen. Wolfgang Weimer, ehemaliger Chefredakteur von "Focus" und "Welt" sowie Verleger des Debatten-Portals "The European" skizziert in einem Artikel mögliche Szenarien für einen Merkel-Rücktritt.

Geht immer weiter auf Distanz zu Merkel: CSU-Chef Horst Seehofer

Option Seehofer: Der CSU-Chef positioniert sich derzeit in der Flüchtlingspolitik als Merkel-Gegenpol. Auch innerhalb der CDU hat Seehofer damit an Rückendeckung gewonnen. Käme es zu einer Abstimmung über die Flüchtlingspolitik innerhalb der Union, der Bayerische Ministerpräsident würde sie wohl gewinnen - da sind sich politische Beobachter sicher. Bis zum Ablauf der Legislaturperiode könnte Seehofer Merkel ablösen, von der Union wäre kaum Widerspruch zu erwarten. Schwachpunkt an diesem Plan: Die SPD würde Seehofer kaum mittragen und könnte auf vorzeitige Neuwahlen drängen. Außer Seehofer macht klar, dass er nur ein Übergangskanzler ist...

Option Schäuble: Bereits bei Merkels auch in der Union nicht unumstrittenen Kurs zur Griechenland-Rettung hat sich Finanzminister Wolfgang Schäuble als Gegenpart zur Kanzlerin in Position gebracht. Auch die CSU könnte einen Übergangskanzler Schäuble ohne Gesichtsverlust mittragen. Schwieriger ist das schon bei der SPD. Doch angesichts von Schäubles Alter – er ist bereits 73 Jahre alt – dürfte auch den Sozialdemokraten klar sein, dass der Finanzminister keine langfristige Option ist. So könnte die SPD Schäuble zwei Jahre lang dulden und sich in aller Ruhe auf die Bundestagswahlen 2017 vorbereiten.

Nach möglichem Rücktrtitt von Kanzlerin Merkel? Gabriel als Nachfolger?

Option Gabriel: Der SPD-Chef könnte nur mit einem Putsch übernehmen – und bräuchte dafür die Unterstützung der Grünen und der Linkspartei. Letztere ist das Problem: Nach dem Rückzug von Gregor Gysi rutscht die Partei mit Fraktionschefin Sahra Wagenknecht weiter auf Lafontaine-Kurs. Das macht Gabriel als Merkel-Nachfolger derzeit unwahrscheinlich.

Aber auch neben den von Wolfram Weimer skizzierten Szenarien gäbe Optionen für das Kanzleramt nach einem Merkel-Rücktritt:  

Option Ursula von der Leyen: Die ehrgeizige Verteidigungsministerin hat ihr Haus bereits mit Härte und Konsequenz auf Linie gebracht. Jede Generation habe "ihren" Bundeskanzler, hat Ursula von der Leyen selbst gesagt – das klingt eher nach Veränderung als nach Unterstützung. Ihr Vorteil: Ihr parteiinterner Gegenspieler Thomas de Maizière erntete für seinem Umgang mit der Flüchtlingskrise viel Kritik. Nach der Bundeswehr-Panne ums Sturmgewehr G36 sitzt von der Leyen dagegen wieder fest auf ihrem Posten – und könnte sich zu Höherem berufen fühlen.

Wer sonst noch? Jüngst bekam die CDU-Spitzenkandidatin in Mainz, Julia Klöckner, bei der Wahl der Bundesstellvertreter das beste Ergebnis. Die 42-Jährige gehört zu einer neuen Generation in der CDU – die ja irgendwann einmal übernehmen muss. Dabei schafft es Klöckner, Alt und Neu in der CDU zu verbinden und beruft sich deshalb gerne einmal auf Partei-Übervater Helmut Kohl. Doch ob die Partie nach den langen Jahren unter Merkels Regie schon bereit für einen Generationswechsel ist, steht noch in den Sternen.

mb

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