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Russlands Präsident Wladimir Putin und der kasachische Präsident Nursultan Nazarbajew beobachten die Parade auf dem Roten Platz.

Moskau

Russland feiert Sieg im Zweiten Weltkrieg mit großer Parade

Moskau - Interkontinentalraketen, strategische Bomber, Tausende Soldaten: Mit einer pompösen Machtdemonstration gedenkt Russland des Sieges über Nazi-Deutschland 1945. Präsident Putin sieht den damaligen Triumph auch als Warnung an alle, die Moskaus Standfestigkeit prüfen wollen.

Mit schweren Waffen auf dem Roten Platz und Kampfflugzeugen über Moskau hat Russland am wichtigsten Feiertag des Jahres an den Sieg über Nazi-Deutschland 1945 erinnert.

Etwa 10 000 Soldaten aller Waffengattungen marschierten vor Präsident Wladimir Putin sowie Veteranen und Ehrengästen auf.

Putin erwähnte die aktuellen Konflikte in einer Ansprache nur indirekt. Die heutige Soldatengeneration habe bewiesen, dass sie ein würdiger Nachfolger der Kriegshelden sei, sagte der Staatschef bei der im Fernsehen übertragenen Parade. Putin rief die internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf. Russland sei bereit, mit anderen Staaten die Kräfte zu bündeln und ein modernes internationales Sicherheitssystem zu schaffen.

Auch auf der russischen Luftwaffenbasis Hamaimim in Syrien feierte Moskau den 71. Jahrestag mit einer Parade aus Kampfhubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen. Russland ist Partner des syrischen Regimes.

In Moskau nahm Putin als Oberbefehlshaber bei frühlingshaftem Wetter die Waffenschau mit 71 Jets und rund 200 Einheiten Kriegsgerät ab. Darunter waren moderne Panzer vom Typ T-14 Armata und atomar bestückbaren Interkontinentalraketen vom Typ RS-24 Jars Nato- Bezeichnung SS-27, Sickle).

Strategische Bomber wie die Tupolew Tu-160, das als größtes Kampfflugzeug der Welt gilt, donnerten in etwa 400 Metern Höhe über die Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale hinweg. Die Parade am Kreml, dem russischen Machtzentrum, gilt auch als Verkaufsschau der Rüstungsindustrie.

Das sowjetische Volk habe damals anderen Völkern die Freiheit gebracht, sagte Putin. Der Sieg sei auch eine "Warnung an alle, die unsere Standfestigkeit prüfen wollen", meinte der Kremlchef.

Zum ersten Mal marschierten Soldatinnen einer Militäruniversität mit. Von der Ehrentribüne aus verfolgten zahlreiche mit Orden geschmückte Kriegsteilnehmer die etwa einstündige Parade. Zu Salutschüssen erklang die Nationalhymne. Mit mehr als 27 Millionen Toten hatte die Sowjetunion die größte Opferzahl im Zweiten Weltkrieg.

Russland feiert das Kriegsende am 9. Mai und damit einen Tag später als der Westen, da der Waffenstillstand 1945 erst nach Mitternacht Moskauer Zeit in Kraft getreten war. Der Kreml hatte die Feiern im Sowjetstil 2008 wieder aufgenommen. Im größten Land der Erde leben noch etwa drei Millionen Weltkriegsüberlebende - oft unter schlechten Umständen. Veteranenverbände klagen über mangelnde Sozialleistungen.

dpa

Weltkriegsgedenkstätte Moskau

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