Mit der Anordnung eines Groß-Manövers hat Wladimir Puitn Spekulationen um sein angebliches "Verschwinden" ein Ende bereitet. Foto: Sergei Karpukhin/Archiv
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Mit der Anordnung eines Groß-Manövers hat Wladimir Puitn Spekulationen um sein angebliches "Verschwinden" ein Ende bereitet. Foto: Sergei Karpukhin/Archiv

Russland startet Manöver mit fast 40.000 Soldaten

Tausende russische Soldaten rücken zu Übungen aus, zahlreiche Schiffe und Flugzeuge werden eingesetzt. Die Manöver hat Präsident Putin angeordnet. Damit setzt er Spekulationen um sein angebliches "Verschwinden" ein Ende.

Moskau (dpa) - Am Jahrestag des umstrittenen Krim-Referendums hat Kremlchef Wladimir Putin ein mehrtägiges Manöver mit fast 40 000 Soldaten befohlen. Die Gefechtsbereitschaft von Teilen der Armee und der Nordflotte werde bis zum 21. März geprüft, so Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Moskau.

Die Übungen seien eine regelmäßige Praxis, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Die Nato hatte Russland zuletzt vorgeworfen, den Westen mit grenznahen Manövern zu provozieren. Russlands Vizeaußenminister Alexej Meschkow kritisierte jedoch auch jüngste Nato-Aktivitäten im Baltikum. "Solche Handlungen destabilisieren die Lage", sagte er. Die US-Armee plant derzeit eine Konvoi-Fahrt von Radschützenpanzern durch die östlichen Nato-Mitgliedsstaaten, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Meschkow betonte zudem, Russland könne selbst über die militärische Nutzung der vor einem Jahr unter internationalem Protest annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim entscheiden, weil sie russisches Territorium sei. Präsident Putin hatte in einem TV-Film gesagt, auf dem Höhepunkt der Krim-Krise habe er nicht ausgeschlossen, das Nukleararsenal der Atommacht notfalls in Bereitschaft zu versetzen.

Ein von der ukrainischen Regierung kritisiertes Referendum am 16. März 2014 hatte die Annexion der Krim durch Russland eingeleitet. Der Westen sieht darin einen Bruch des Völkerrechts. Zum Jahrestag der Abstimmung verteidigten Politiker auf der Krim und in Moskau die "Wiedervereinigung" als demokratisch und historisch wegweisend. Putin hatte erklärt, der Gedanke einer Abspaltung der Krim von der Ukraine sei erst aufgekommen, als im vergangenen Jahr bei Protesten in Kiew "extremer Nationalismus" sichtbar geworden sei.

Spekulationen über seinen Verbleib setzte Putin bei einem Treffen mit seinem kirgisischen Kollegen Almasbek Atambajew in St. Petersburg ein Ende. "Ohne Gerüchte wäre es langweilig", meinte Putin. Er war seit einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi am 5. März in Moskau nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Dies gab Anlass zu allerlei Gerüchten, Putin sei krank oder werde Vater. Der Kreml dementierte dies mehrfach mit Nachdruck. Seine tagelange Abwesenheit kommentierte Putin nicht.

Putin will mit einwöchiger Verzögerung an diesem Freitag eine Reise nach Kasachstan antreten. In der Hauptstadt Astana will er am 20. März neben seinem kasachischen Kollegen Nursultan Nasarbajew auch den weißrussischen Staatschef Alexander Lukaschenko treffen.

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