+
Finanzminister Wolfgang Schäuble

Schäuble verteidigt Steuerabkommen

Berlin - Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) sowie die EU-Staaten haben ihren Streit über Steuervorteile für Lizenz- und Patenteinnahmen von Konzernen beigelegt.

Forschungs- und Patenteinnahmen von Unternehmen sollen nur dann steuerlich begünstigt werden, wenn sie auf eigener Forschung und Entwicklung im jeweiligen Land basieren, erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstag im Bundestag in Berlin.

Der Missbrauch über Briefkastenfirmen solle so verhindert werden. „Darauf haben wir uns geeinigt“, sagte Schäuble. Es gehe noch um Details für eine Übergangslösung. Die Einigung solle Mitte November auf dem G20-Gipfel im australischen Brisbane beschlossen werden. Sie werde dann in europäisches Recht überführt. Dann sei künftig auch in Deutschland eine solche Steuerbegünstigung möglich. Mit dem Bonus sollen Forschungsaktivitäten in Deutschland angekurbelt werden.

Lizenzgebühren sind beliebt, um steuerpflichtige Gewinne zu drücken. Über „Lizenzboxen“ können Konzerne ihre Gewinne gezielt in Länder verlagern, wo sie am niedrigsten besteuert werden. Solche „Lizenz-“ oder „Patent-Boxen“ haben in der EU trotz des Kampfes gegen Steuerschlupflöcher eher zugenommen. Zuletzt hatte Schäuble vor allem mit Großbritannien über einheitliche Regeln verhandelt.

Lizenzgebühren sind nur ein Teil der Steuertricksereien, mit denen internationale Konzerne die Abgabenlast drücken. Bis Ende 2015 soll ein Aktionsplan der G20 gegen „aggressive Steuergestaltung“ stehen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Medien: Bundestrojaner auch für Smartphones und Tablets

Was auf dem Laptop und PC bereits möglich ist, soll nun auch für Smartphones und Tablets gelten. Das BKA will die Kommunikation direkt auf den Geräten überwachen - und …
Medien: Bundestrojaner auch für Smartphones und Tablets

Merkel: Seit Wiedervereinigung "viel geschafft"

Nirgendwo in Deutschland gibt es mehr rechtsextreme Gewalt als in Sachsen, nirgendwo ist Pegida stärker. Zu Beginn der Einheitsfeiern fordert die Kanzlerin, sich Rechten …
Merkel: Seit Wiedervereinigung "viel geschafft"

US-Polizei zeigt Video von Todesschüssen in El Cajon

Wieder ein Toter, wieder ist er Schwarz und wieder ist er unbewaffnet. Ein Standbild sollte belegen, warum Polizisten im südkalifornischen El Cajon einen Schwarzen …
US-Polizei zeigt Video von Todesschüssen in El Cajon

Zur Einheitsfeier: Merkel warnt vor Geschichtsvergessenheit

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum 26. Jahrestag der deutschen Einheit vor Geschichtsvergessenheit gewarnt.
Zur Einheitsfeier: Merkel warnt vor Geschichtsvergessenheit

Kommentare