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Vom Dr. zur Titellosen zum Dr. h.c.: Annette Schavan.

Nach Plagiats-Affäre

Schavan bekommt wieder einen "Dr."

Lübeck - Ihr wissenschaftlicher Doktortitel wurde der Ex-Bildungsministerin entzogen, weil sie ihn unehrlich erworben hatte. Am Freitag kann Annette Schavan wieder ein "Dr." vor ihren Namen hängen.

Achtmal hat die Universität Lübeck in den 50 Jahren ihres Bestehens die Ehrendoktorwürde verliehen. Doch keine ist so kontrovers diskutiert worden wie die, die am Freitag übergeben werden soll. Beim traditionellen Jahresempfang der Hochschule soll die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) mit dem Titel „Doktor h.c.“ ausgezeichnet werden.

Ihren wissenschaftlichen Doktorgrad hat die CDU-Politikerin wegen einer Plagiats-Affäre verloren. Die Universität Düsseldorf hatte ihr den Doktortitel im Februar 2013 entzogen, das Düsseldorfer Verwaltungsgericht wies ihre Klage dagegen vor drei Wochen ab. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Schavan in ihrer vor mehr als 30 Jahren eingereichten Doktorarbeit getäuscht hatte.

Schavan ) will nicht weiter gegen den Entzug ihres Doktortitels vorgehen. Eine Mitarbeiterin ihres Büros im Bundestag bestätigte am Donnerstag einen Bericht der „Rheinischen Post“, wonach Schavan keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts einlegen will. „Jetzt bereite ich mich auf neue Aufgaben vor und freue mich darauf“, wird Schavan von der Zeitung zitiert.

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Die Ehrendoktorwürde war Schavan bereits im Januar 2012 zuerkannt worden, um ihre Verdienste im Kampf um den Erhalt der Universität Lübeck zu würdigen. Im Sommer 2010 hatten Studierende, Professoren und Lübecker Bürger gegen die Pläne der Landesregierung gekämpft, die Medizinerausbildung zu streichen. Schavan trug zur Rettung der Universität bei, indem sie dem Land aus Bundesmitteln 25 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für die Forschung zusagte.

Die Universität argumentiert nun, die Ehrendoktorwürde werde nicht für wissenschaftliche Leistungen, sondern für Verdienste um die Hochschule verliehen. Vor allem in Internetforen wurde jedoch viel darüber diskutiert, ob die Ehrung noch angemessen sei.

Zuletzt hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni gefordert, die Ehrung noch einmal zu überdenken. Aus dem Hochschulrat der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität war Schavan Anfang der Woche auf Drängen der Fakultätsdekane ausgeschieden.

„Nach dem Entzug ihres Titels und ihrem Rücktritt als Bundesministerin hat Frau Schavan uns angeboten, über die Verleihung neu zu beraten“, sagte der Präsident der Lübecker Uni, Peter Dominiak. Der Senat habe damals einstimmig beschlossen, ihr den Ehrendoktortitel auf jeden Fall zu verleihen, auch wenn das Düsseldorfer Verwaltungsgericht - wie jetzt geschehen - Schavans Klage gegen den Entzug ihres Doktortitels abweisen sollte. „Auch der AStA hat damals zugestimmt“, sagte Dominiak.

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Die ursprüngliche für April 2012 geplante Übergabe der Urkunde an Schavan war bereits zweimal verschoben worden. Zunächst hatte die Universität den Termin wegen der Nähe zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein abgesagt. 2013 bat Schavan wegen der öffentlichen Debatte um ihre Doktorarbeit um eine Verschiebung.

dpa

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