Vor dem Pariser Konzertsaal "Bataclan" werden Verletzte versorgt. Foto: Yoan Valat
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Vor dem Pariser Konzertsaal "Bataclan" werden Verletzte versorgt. Foto: Yoan Valat
Bei Angriffen in Paris sind nach ersten Angaben mindestens 18 Menschen getötet worden. Foto: Yoan Valat
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Bei Angriffen in Paris sind nach ersten Angaben mindestens 18 Menschen getötet worden. Foto: Yoan Valat
Terrorangriff auf die Konzerthalle "Bataclan" in Paris. Foto: Yoan Valat
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Terrorangriff auf die Konzerthalle "Bataclan" in Paris. Foto: Yoan Valat
Ein Verwundeter Mann wird von Hilfskräften versorgt. Foto: Ian Langsdon
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Ein Verwundeter Mann wird von Hilfskräften versorgt. Foto: Ian Langsdon
Passanten stehen in der Nähe der Konzerthalle "Bataclan" in Paris. Foto: Yoan Valat
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Passanten stehen in der Nähe der Konzerthalle "Bataclan" in Paris. Foto: Yoan Valat
Bei Angriffen in Paris sind nach ersten Angaben mindestens 18 Menschen getötet worden. Foto: Yoan Valat
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Bei Angriffen in Paris sind nach ersten Angaben mindestens 18 Menschen getötet worden. Foto: Yoan Valat

Mindestens 128 Menschen sterben

Ausnahmezustand in Frankreich - Zahl der Toten steigt

Paris - Es ist die schlimmste Terrorserie in Europa seit mehr als zehn Jahren. Mehr als 120 Menschen werden innerhalb von wenigen Minuten in Paris getötet. Präsident Hollande verhängt über Frankreich den Ausnahmezustand.

Eine Nation unter Schock: Bei koordinierten Anschlägen in Paris sind in der Nacht zum Samstag mindestens 128 Menschen getötet und rund 180 weitere verletzt worden. Allein mindestens 82 Menschen starben nach Angaben der Polizei bei einem Angriff auf eine Konzerthalle, nachdem dort mehrere mit Kalaschnikows bewaffnete Attentäter unter "Allah Akbar"-Rufen die Halle gestürmt und das Feuer eröffnet hatten. Präsident François Hollande sprach von "Terrorangriffen" und verhängte den nationalen Notstand.

Mit den verheerenden Angriffen kehrt gut zehn Monate nach der Attentatsserie rund um die Satirezeitung "Charlie Hebdo" der Terror in die französische Hauptstadt zurück. In zwei Wochen empfängt Paris zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zur Weltklimakonferenz.

Die Angriffe sind die schlimmsten in der Geschichte des Landes. Von den 180 Verletzten schwebten am Samstag Dutzende noch in Lebensgefahr. Mindestens acht Attentäter griffen am Freitagabend beinahe zeitgleich sechs Orte in Paris an, darunter die Umgebung des Stade de France, wo gerade das Freundschaftsspiel Deutschland gegen Frankreich lief, sowie mehrere Cafés und Restaurants. Sieben Angreifer sprengten sich in die Luft, der achte wurde von der Polizei getötet.

Hollande wandte sich in der Nacht in einer Fernsehansprache an die Franzosen und sprach von "Terrorangriffen von einem bisher nie dagewesenen Ausmaß". Der Elysée-Palast gab den Einsatz von 1500 zusätzlichen Soldaten sowie verschärfte Grenzkontrollen bekannt.

Obwohl sich bislang niemand zu den Anschlägen bekannte, gerieten umgehend Islamisten ins Visier. "Es ist eine furchtbare Prüfung, die uns erneut heimsucht. Wir wissen, von wo sie kommt - wer diese Verbrecher sind, wer diese Terroristen sind", sagte Hollande. Am Samstamorgen tagte in Paris der Verteidigungsrat.

Der folgenschwerste Angriff des Abends wurde auf die Konzerthalle Bataclan in der Innenstadt verübt, in der 1500 Menschen ein Konzert der Band Eagles of Death Metal besuchten. Kurz nach Mitternacht stürmten Einsatzkräfte der Polizei den Saal, in dem die Attentäter Geiseln genommen und wahllos in die Menge geschossen hatten.

"Es war die Hölle"

"Alle versuchten, zu fliehen, die Menschen trampelten aufeinander herum, es war die Hölle", berichtete ein Augenzeuge. Einer vorläufigen Bilanz zufolge starben mindestens 82 Menschen. Die Band war nach Angaben der Ehefrau eines Mitglieds wohlauf.

Ein Augenzeuge berichtete, die Angreifer hätten "Allah Akbar" (Gott ist groß) gerufen und "voll in die Menge geschossen". Ein weiterer sagte, die Attentäter im Bataclan hätten die Beteiligung Frankreichs an der US-geführten Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak erwähnt. Alle vier Attentäter starben beim Zugriff der Polizei. Wie die Polizei mitteilte, töteten sich drei von ihnen selbst, indem sie Sprengstoffgürtel zündeten.

Die Anschlagsserie begann am Freitagabend in der Nähe des Fußballstadions Stade de France im Norden von Paris; während des Fußballspiels Deutschland gegen Frankreich ereigneten sich dort drei Explosionen, darunter ein Selbstmordanschlag. Insgesamt wurden dort vier Menschen getötet, darunter drei Angreifer.

Ganz in der Nähe wurde eine Pizzeria attackiert, nahe dem beliebten Place de la République gab es ebenfalls mehrere Angriffe auf Cafés und Restaurants mit zahlreichen Toten. Von dort aus war nach den Anschlägen im Januar ein riesiger Demonstrationszug gestartet.

Bei einem Besuch am Bataclan kündigte Hollande in der Nacht einen "erbarmungslosen" Kampf gegen den Terrorismus an. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen Mordes in Verbindung mit einem Terrorakt ein. Priorität habe nun die Identifizierung der Opfer, "vor allem der Terroristen", verlautete aus Polizeikreisen. Bis zum Samstagmorgen gab es weder Festnahmen, noch wurde offiziell nach Verdächtigen gefahndet.

Im Stade de France im Pariser Vorort St. Denis liefen hunderte verzweifelte Zuschauer nach Abpfiff auf das Spielfeld, dann wurden alle durch mehrere Ausgänge nach draußen geleitet. Das DFB-Team verbrachte die Nacht im Stadion und wurde am Samstagmorgen direkt zum Flughafen gebracht.

Bürgermeisterin Anne Hidalgo und die Polizei forderten alle Pariser Bürger auf, zu Hause zu bleiben. Am Samstag blieben Schulen, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen. Sämtliche für das Wochenende geplanten Sportveranstaltungen im Großraum Paris wurden abgesagt, auch Touristenattraktionen blieben zu und mehrere Metro-Linien wurden unterbrochen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von einem "Inferno des Terrors" und sicherte Frankreich die Solidarität und Anteilnahme Deutschlands zu. Die "Dimension des Grauens" der Anschläge übersteige die Vorstellungskraft eines Jeden, sagte Steinmeier nach Angaben des Auswärtigen Amtes. Das Ministerium richtete einen Krisenstab ein. Noch gebe es zudem "noch keine Gewissheit, ob sich unter den vielen Opfern auch deutsche Staatsangehörige befinden", sagte ein Sprecher.

Das Wichtigste im Überblick: Wir haben bereits einen Artikel mit den wichtigsten Fakten zum Terror in Paris. Die aktuellen Enwicklungen finden Sie im News-Ticker zum Terror in Paris.

Stellungnahme Hollande

Stv. Bürgermeister Klugman auf Twitter

Stellungnahme Merkel

AFP

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