Familie überlebt Bombenangriff

Den Schrecken im Gesicht: Ein Kind aus Aleppo bewegt die Welt

Aleppo - Ein Kind, körperlich wie seelisch versehrt: Aktivisten haben ein Video ins Netz gestellt, auf dem ein verletzter Junge zu sehen ist. Es zeigt, wie verheerend der Krieg in Syrien gerade für die Kleinsten ist.

Sein Blick ist wie aus Stein, emotionslos blickt er durch alles hindurch. Nicht einmal die Kamera, die soeben auf ihn gerichtet ist, scheint der fünfjährige Junge noch wahrzunehmen. Das Gesicht blutverschmiert, bedeckt mit dem Staub eingestürzter Häuser, sitzt er in einem Rettungswagen, in den ihn Helfer nach einem Luftangriff gesetzt haben. Der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben und lässt ihn nicht einmal mehr weinen. Langsam fährt sich der Junge mit einer Hand über das schmutzige Gesicht, sieht das Blut in seinen Handflächen - und bleibt selbst dann noch regungslos sitzen. Der Betrachter will sich nicht ausmalen, was dieser Junge kurz zuvor wohl gesehen hat. 

Aleppos Ärzte sind verzweifelt

Die Video-Aufnahme der Aktivistengruppe des Aleppo Media Center kursiert derzeit im Netz, wurde auf Twitter bereits unzählige Male geteilt und bewegt die Menschen auf der ganzen Welt. Es ist ein stummer Schrei aus der Krisenregion Aleppo, der mehr sagt, als tausend Worte.

Omran soll zurück bei seinen Eltern sein, es gehe ihm besser

Ein Fotograf berichtet laut Bild.de, der Junge mit dem Namen Omran sei zurück bei seinen Eltern. Es gehe ihm besser. Auch seine Geschwister seien aus den Trümmern befreit worden. Später sei das Gebäude eingestürzt. 

Erst vor kurzem haben die Ärzte der Stadt einen Hilferuf an den US-Präsidenten verfasst. Darin schrieben sie, dass sie weder über ausreichend Personal noch ausreichende medizinische Ausrüstung verfügten, um all die Verletzten noch behandeln zu können. 

"Das ist jeder Tag, jede Stunde in Aleppo"

Bei dem Jungen soll es sich um Omran Dagneesh handeln, das schreibt ein Korrespondent des britischen Telegraph und fügt hinzu: "Das ist jeder Tag, jede Stunde in Aleppo." Ärzte aus Aleppo sagten laut Spiegel Online dem australischen Sender ABC, dass bei einem Luftangriff in einem von Rebellen besetzten Gebiet von Aleppo am Mittwoch mehrere Kinder verletzt worden seien.  

Rudi Tarneden, Sprecher des Kinderhilfswerks Unicef Deutschland, erklärte, neben dem "lauten Sterben" durch Bomben drohe im für Hilfskonvois gesperrten Aleppo "ein stiller Tod für die Kinder" durch Hunger, Wassermangel und Krankheiten wie Cholera.

ae, kr

Rubriklistenbild: © Aleppo Media Center/ Screenshot

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