160 Millionen Euro Zusatzkosten

Schulstart für 58.000 Flüchtlinge

München – Bayern stellt heuer 160,7 Millionen Euro zusätzlich in den Haushalt ein, um Flüchtlingskinder zu beschulen. Ungefähr 58. 000 Zuwanderer im schul- oder berufsschulpflichtigen Alter seien derzeit im Land.

Das geht aus einer Zwischenbilanz des Kultusministeriums hervor. Der Ministerrat will heute, am ersten Schultag, in München über die Kosten beraten.

Das Geld ist im Nachtragshaushalt 2016 bereits eingeplant. Es deckt unter anderem 1079 zusätzliche Planstellen ab, von denen 696 für Grund- und Mittelschulen, 332 für Berufsschulen, 28 für Realschulen und 23 für Gymnasien vorgesehen sind. 710 Übergangsklassen entstehen zum neuen Schuljahr an den Grund- und Mittelschulen. Für Berufsschulen sind es 1100 Berufsintegrations- sowie Spracherwerbsklassen. Die Herausforderung sei groß, machte ein Sprecher deutlich. „Das Niveau reicht von Analphabeten bis hin zu sehr leistungsstarken Schülern.“ Islam-Unterricht (auf Deutsch und in staatlicher Verantwortung) wird von 260 auf 400 Schulen ausgeweitet.

Erste Zahlen gibt es nun auch für die lang umstrittene Schulpflicht von Kindern, die in Sammelunterkünften leben müssen. Ob sie Regelschulen besuchen dürfen – obwohl die Familien das Land zügig verlassen sollen – war eine politische Streitfrage vor allem für die Standorte Bamberg und Manching/Ingolstadt, wo primär Balkan-Flüchtlinge untergebracht werden. Nun plant das Ministerium mit insgesamt 45 Sprachintensivklassen für 850 berufsschulpflichtige Jugendliche. Die Kosten tragen die Kommunen. Der Freistaat will sie durch das Herrichten der Räume, mietfreie Gebäude und durch Gastschulbeiträge entlasten. Insgesamt sei die Last für die Kommunen zumutbar, heißt es in einer Vorlage für die heutige Sitzung. Das sei am Beispiel Ingolstadt durchgerechnet worden. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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