Horst Seehofer
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Horst Seehofer.

Partei "verschwindet nicht so schnell"

CSU sieht AfD nicht am rechten Rand

München - Die CDU tut sich schwer im Umgang mit der AfD. Unionsfraktionschef Volker Kauder möchte sie am liebsten ignorieren. Ganz falsch, meint nicht nur die CSU.

Die CSU verortet die eurokritische Alternative für Deutschland nicht am rechten Rand des politischen Spektrums. Sie wolle die AfD nicht rechts von der CSU sehen, sagte Landesgruppenchefin Hasselfeldt der „Welt“ (Samstag). „Die AfD ist eine sehr heterogene Partei. Man kann sie nicht auf ein Rechts-Links-Schema zurückführen.“ Inhaltlich sehe sie aber keine Basis für eine Koalition - „weder im Bund noch in den Ländern“.

CSU-Chef Horst Seehofer bekräftigte seine Forderung nach einer offensiven Auseinandersetzung mit der Partei. Die AfD bestehe „in der Mehrzahl nicht aus braunen Dumpfbacken, sondern durchaus auch aus intelligenten Menschen“, sagte er dem „Focus“. „Wir müssen uns mit dieser Partei und ihren Inhalten auseinandersetzen, denn ich glaube nicht, dass die AfD so schnell verschwinden wird wie die Piraten.“

Die AfD war Ende August in den sächsischen Landtag eingezogen, am Sonntag stand sie auch in Thüringen und Brandenburg vor dem Sprung in die Landesparlamente.

SPD-Chef Sigmar Gabriel warf der Union Fehler im Umgang mit der Partei vor. So habe Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich die AfD zu einem „Scheinriesen“ gemacht, indem er vor allem auf eine geringe Wahlbeteiligung gesetzt habe. Gabriel bezeichnete die AfD in der „Bild am Sonntag“ als „Jobkiller“: „Wer sich derartig fahrlässig zu Europa äußert, der kapiert nicht, dass Millionen von Arbeitsplätzen von einem funktionierenden Europa abhängen.“

Für Empörung sorgte indes ein zwei Wochen alter Wahlkampfauftritt von AfD-Chef Bernd Lucke. Der hatte Anfang September im brandenburgischen Wahlkampf zum Anstieg der Kriminalität gesagt: „Da versteht man doch, wenn Leute sagen: Wir wollen mit der alten DDR nichts zu tun haben, aber die innere Sicherheit war damals besser in der DDR als das in Westdeutschland der Fall war.“

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi kommentierte dies in der „Bild am Sonntag“ mit den Worten: „Jetzt wünscht sich Lucke nicht nur die D-Mark, sondern auch noch die Stasi zurück.“

dpa

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