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Pro-russische Separatisten halten Wache an einem Checkpoint bei Slaviansk. Sind die OSZE-Beobachter in die Feuerzone geraten.

Donezk

Zweites OSZE-Team vermisst

Donezk  - Die prorussischen Kräfte in Donezk haben nach eigener Darstellung keinen Kontakt zu den verschwundenen OSZE-Beobachtern. Nun gilt ein zweites Team als verschollen.

Die anhaltende Gewalt in der Ostukraine bringt den Einsatz der neutralen OSZE-Beobachter in Gefahr. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verlor am Mittwoch vorübergehend den Kontakt zu einer weiteren Beobachtergruppe. Die elf Mitarbeiter waren rund 250 Kilometer von Donezk an einem Kontrollposten festgehalten worden, brachten sich aber später wieder in Sicherheit.

Von den seit Montag vermissten vier weiteren OSZE-Beobachtern gab es weiter keine Spur. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk machte „aus Russland gelenkte Terroristen“ für die Verschleppung der Mitarbeiter aus Estland, Dänemark, der Schweiz und der Türkei verantwortlich. Ein Führungsmitglied der Separatisten sagte hingegen der Agentur Interfax: „Uns ist nichts bekannt über ihren Aufenthaltsort oder ihr Schicksal.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bei einem Treffen mit Jazenjuk und den Regierungschefs von Georgien und Moldau in Berlin besorgt über die Lage. „Wir werden alles daran setzen, hier auch diese Beobachter in Freiheit zu bekommen.“ Vor wenigen Wochen war ein OSZE-Team, darunter vier Deutsche, erst nach acht Tagen Geiselhaft in Slawjansk wieder freigekommen.

Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach in der „Bild“-Zeitung offen von „Kriegszustand“ und verteidigte das Vorgehen der Streitkräfte in der Ostukraine.

Militäreinrichtung mit Granatwerfern angegriffen

Regierungseinheiten und prorussische Separatisten lieferten sich den zweiten Tag in Folge Gefechte am Flughafen der Millionenstadt Donezk. In der Gegend seien Schüsse zu hören, teilte die Verwaltung mit. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde eine Militäreinrichtung auch mit Granatwerfern angegriffen.

Die prowestliche Führung geht in der Region mit einer „Anti-Terror-Operation“ gegen prorussische Kräfte vor, die weitgehend die Kontrolle über Donezk haben. Dabei wurden in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen getötet und verletzt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, es gebe keine Rechtfertigung, die Operation fortzusetzen. Bei einem Empfang warnte Lawrow zudem, die Ex-Sowjetrepublik stehe vor einem „brüdermordenden Krieg“.

Eine Lösung des Gasstreits zwischen der Ukraine und Russland war am Mittwoch noch nicht in Sicht. Jazenjuk will Russland notfalls vor einem Schiedsgericht in Stockholm verklagen. „Wir haben anerkannt, dass wir mit unseren Zahlungen in Rückstand sind“, sagte er in Berlin. Doch müsse es erst Einigkeit über die Höhe der Rückstände geben.

Russland beziffert die ausstehenden Zahlungen inzwischen auf 5,2 Milliarden US-Dollar (3,82 Mrd Euro). Moskau droht, den Gashahn zuzudrehen, wenn die Ukraine nicht in den nächsten Tagen zwei Milliarden Dollar als Anzahlung an den Staatskonzern Gazprom überweist und der Preis ab Juni klar ist.

„Niemand darf Energie als politische Waffe benutzen“, sagte Jazenjuk. Für die Gasversorgung in Deutschland droht durch den Streit keine unmittelbare Gefahr, da die 51 hiesigen Gasspeicher zu 70 Prozent voll sind.

dpa

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