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Separatistenführer Alexander Sachartschenko.

Mehr als 5000 Tote im Ukraine-Konflikt

Separatisten kündigen neue Großoffensive an

Donezk - Die Gewalt im Ostukraine-Konflikt nimmt zu. Nach dem Blutbad an einer Bushaltestelle im Konfliktgebiet Donezk haben die prorussischen Aufständischen eine neue Großoffensive angekündigt.

Es solle die gesamte Krisenregion erobert werden - gegebenenfalls auch über die Gebietsgrenze von Donezk hinaus, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko am Freitag örtlichen Medien zufolge in der Großstadt Donezk. „Falls ich eine Gefährdung für die Donezker Erde von irgendeiner Siedlung sehe, werde ich diese Gefahr auch dort beseitigen“, drohte er. Bewaffnete Kräfte der „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk würden derzeit auf mehrere Orte in der Unruheregion Donbass vorstoßen.

Gespräche mit Kiew abgelehnt

Angebote einer Feuerpause werde es vonseiten der Aufständischen an die Zentralregierung in Kiew vorerst nicht mehr geben, sagte Sachartschenko. Mit der prowestlichen Regierung in Kiew würden die Aufständischen lediglich Gespräche über Gefangenenaustausch führen. Als Verhandlungspartner erkenne er nur noch Präsident Petro Poroschenko an. Die bisherige Besetzung der Ukraine-Kontaktgruppe in der weißrussischen Hauptstadt Minsk sei „sinnlos“. „Wenn Poroschenko kommt, werden wir sprechen“, meinte der Separatistenführer.

Beim Beschuss einer Bushaltestelle in Donezk waren am Donnerstag zahlreiche Zivilisten getötet worden. Regierungseinheiten und Aufständische geben sich gegenseitig die Schuld an der Tragödie.

Steinmeier wirft Separatisten „Kriegstreiberei“ vor

Außenminister Frank-Walter Steinmeier verschärft den Ton gegenüber den prorussischen Separatisten im Ukraine-Konflikt. Die jüngsten Äußerungen aus deren Reihen seien „nichts als Kriegstreiberei“, sagte Steinmeier am Freitag bei einem Besuch in Tunesien. An Russland und die Ukraine appellierte er abermals, die Vereinbarungen des jüngsten Ministertreffens in Berlin umzusetzen. „Wir werden nur zu einer Entschärfung des Konflikts kommen, wenn wir beginnen, in den Rückzug von schweren Waffen einzusteigen.“

Die Außenminister aus Deutschland, Russland, Frankreich und der Ukraine hatten sich am Mittwochabend in Berlin darauf geeinigt, dass im Osten der Ukraine eine Pufferzone eingerichtet werden soll. Dabei geht es um einen Streifen von 30 Kilometern Breite, aus dem alle schweren Waffen wie Granatwerfer und Mörser verschwinden sollen.

Putin macht Kiew für Gewalt im Donbass verantwortlich

Nach dem Tod mehrerer Zivilisten im Konfliktgebiet Ostukraine hat der russische Präsident Wladimir Putin der Führung in Kiew die Schuld für das Blutvergießen gegeben. „Die Verantwortung tragen jene, die die verbrecherischen Befehle geben“, sagte Putin am Freitag bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Moskau. Das Militär setze Artillerie und Luftwaffe in der Ostukraine ein. „Und all das wird begleitet von propagandistischen Losungen über Friedensbemühungen“, kritisierte er der Agentur Interfax zufolge. Auf einen schriftlichen Vorschlag zum Abzug schwerer Waffen aus dem Bürgerkriegsgebiet habe Moskau noch keine Antwort aus Kiew erhalten.

UN: Mehr als 5000 Tote im Ukraine-Konflikt

Die Zahl der Todesopfer im Ukraine-Konflikt ist auf mehr als 5000 gestiegen. Das sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) am Freitag in Genf. Der Konflikt sei gerade in den vergangenen Tagen äußerst blutig gewesen. Zwischen dem 13. und 21. Januar seien 262 Tote bei den Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine gezählt worden. Seit Unterzeichnung des Waffenstillstands Anfang September habe es keine derart tödliche Phase gegeben. Insgesamt seien seit Mitte April 2014 bei den Kämpfen 5086 Menschen gestorben. Zudem sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Fast 11.000 Menschen seien verletzt worden.

dpa

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